MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Scharner

Happy-End „Rolling Stones“

Scharner

Dreher, CNC-Fräser
Keramdekoriererin
Meuselwitzer Hauptstr. 1
04680 Colditz OT Meuselwitz
Fon: 034381 / 40131

In ihrem Geburtshaus wohnt Gabriele Scharner (Jahrgang 1952) noch heute. Als Gabriele Kötz wuchs sie mit zwei älteren Schwestern auf, die Landwirtschaft der Eltern bestimmte ihr junges Leben, bei Wind und Wetter ging es mit hinaus aufs Feld. Im Nachbarort Bockwitz, dann in Erlbach und Hausdorf besuchte sie die Schule, schloss mit der 10. Klasse ab. Nun begann ihre Lehrzeit im Porzellanwerk Colditz. Sie ließ sich als Keramdekorierer ausbilden, übte dann das Auftragen der Porzellanverzierungen nur kurz aus, erst brauchte die Mutter ihre Hilfe, als der Vater verunglückte, dann hatte die eigene Familiengründung (Heirat 1972) Vorrang, denn 1973 wurde Tochter Kati geboren. Ihren Mann Armin hatte sie beim Tanz im Gasthof „Johannisthal“ Leisnig kennengelernt. Da er nun gerade seinen Wehrdienst ableisten musste, verdiente Frau Gabriele mit Heimarbeit für die Papierfabrik Grimma dringend notwendiges Einkommen. Als Kati im Kindergartenalter war, begann sie beim Meuselwitzer Ableger der Firma Gummimüller Colditz. Als nach 1990 die Produktion umstrukturiert wurde, konnte sie in der Küche der Zschadraßer Klinik für vierundzwanzig Jahre abwechslungsreiche berufliche Jahre erleben, ehe sie im Jahr 2014 in den Vorruhestand ging. Armin Scharner wurde 1951 in Meinsberg geboren, besuchte zwei Jahre die Schule im Ort, schloss die 10. Klasse dann im benachbarten Waldheim ab. Er wuchs mit einem Bruder ebenfalls in einem von der Landwirtschaft geprägten Haushalt auf. Im Stoßdämpferwerk Hartha (Teil der Renak-Werke) begann er eine Lehre als Dreher, absolvierte jedoch die Ausbildung in Zschopau, wo es ein Internat gab. Nur kurz arbeitete er als Geselle, dann kam erst die Armee, bald die Familie, denn nach der Heirat wechselte er nach Meuselwitz und begann im Colditzer Porzellanwerk als Schlosser und Dreher im Bereich der Ersatzteilfertigung. 1994 wurde die Firma Hüttinger & Schädlich GmbH Colditz Metallbau und Installation zur beruflichen Aufgabe, wo er bei der Instandhaltung für Drittbetriebe individuell arbeiten konnte und sich im Selbststudium noch den Umgang mit der CNC-Fräse aneignete. Auch Armin Scharner ging 2014 in Rente. Lange Jahre engagierte er sich, zuletzt bis 1994 als Wehrleiter in der Freiwilligen Feuerwehr von Bockwitz-Meuselwitz. Bei den Montagsdemos im Herbst 1989, die die Wende einleiteten, war er von Anfang an aktiv. Die dann neuen Verhältnisse ermöglichten, dass sich für Gabriele Scharner im Herbst 1995 ein großer Traum erfüllte, das Konzert der „Rolling Stones“ in Leipzig live zu erleben.
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