MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hermann Scheder
Der Umgebung stets einen Schritt voraus sein
Schäfereistr. 16
01809 Röhrsdorf
Hermann Scheder wächst im niederschlesischen Hirschfeldau auf, die Eltern sind Landwirte, zur Familie gehören fünf Kinder. Die Schule muss der Junge 1944 wegen der nahenden Front abbrechen. Nachdem die Familie 1950 nach Steina im Kreis Döbeln umgesiedelt worden ist, schließt er die Schule ab und absolviert ab 1951 eine zweijährige Lehre zum Landwirt. Während der Kindheit übt der Onkel Otto Scheder großen Einfluss auf seine Entwicklung aus, in der Berufsschule ist es der Lehrer Herr Emmrich. Dieser rät ihm, Berufsschullehrer zu werden. Am 15. September 1953 beginnt Hermann Scheder seine Ausbildung zum Berufsschullehrer in Schwerin. Ab 1956 arbeitet er zunächst als Landwirtschaftlicher Berufsschullehrer in Mittenwalde und ab 1958 in Röhrsdorf. Ein Jahr später bietet diese Betriebsberufsschule (BBS) auch die Berufsausbildung mit Abitur an. Hermann Scheder will seinen Schülern immer einen Schritt voraus sein und setzt sich dazu auch selbst noch mal auf die Schulbank. Im Jahr 1961 schließt er ein vierjähriges Fernstudium zum Staatlich geprüfter Landwirt und 1966 ein Fernstudium als Diplom-Landwirt ab. Für seine Abiturschüler unterrichtet er das Fach Biologie und in den landwirtschaftlichen Fächern.
Im Jahr 1976 wird die BBS in Röhrsdorf aufgelös. Hermann Scheder wird von der Kooperativen Obstproduktion Borthen für die folgenden Jahre als Abteilungsleiter für Erwachsenenqualifizierung übernommen. Die Wende sieht er „nicht so positiv“, für ihn ist es die Zeit, in der die Hasardeure gekommen sind. Er arbeitet bis 1991 als Lehrer für Betriebswirtschaft am IfB (Institut für BIldung) in Röhrsdorf und erlebt die Hinterhältigkeit westdeutscher Vorgesetzter. Einer von ihnen sichert ihm zunächst zu, „bis zur Rente“ bei ihm tätig sein zu können, kündigt ihm aber nach einem Jahr, als er für zugewiesene Arbeitskräfte vom Arbeitsamt zusätzlich Geld bekommen kann.
Nach der Entlassung findet Hermann Scheder ab 1992 endlich wieder eine stundenweise Beschäftigung als Honorarkraft an einer Euroschule in Dresden, wo er Betriebswirtschaftslehre unterrichtet. Mitte 1994 findet er wieder eine dauerhafte Beschäftigung. Von 1997 bis 2002 arbeitet er als Stützlehrer in dieser und bildet Menschen aus, die eventuell in eine reguläre Ausbildung nach einjähriger Beschäftigung eintreten können.
Mit seiner Frau Hannelore ist Hermann Scheder seit 1958 glücklich verheiratet, diese ist gelernte Fachverkäuferin für Lebensmittel und Gärtnerin für Obstproduktion. Die Tochter Mechthild ist beim Arbeitsamt tätig und spricht oft davon, dass es ein Glück ist, dass von ihren Klienten noch keiner „durchgedreht“ ist. Die Tochter Esther, einst stellvertretende Geschäftsführerin bei der Baumarktfirma Bahr, ist arbeitslos und der Sohn Thomas hat Arbeit bei einer Sicherheitsfirma gefunden. Auch mit über 80 Jahren fühlt sich Hermann Scheder noch sehr fit und schreibt dies vor allem der modernen Medizin zu. Die freien Stunden gehören dem Haus, der Kleintierhaltung, dem Garten und der Familie.