MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Silke Schattenberg

Der Umgang mit dem Tod

Silke Schattenberg

Inhaberin Bestattungsinstitut S. Schattenberg Pölkenstr. 48 06484 Quedlinburg

Silke Schattenberg, 1971 geboren, hatte den Kindheitstraum „etwas mit Tieren zu machen“, doch es kam anders. Nach Abschluss der 10. Klasse lernte sie bei der HO (Handelsorganisation) Fachverkäuferin für Heimwerker-, Siedlerbedarf, Farben, Lacke, Tapeten und Fußbodenbeläge. Nur ein ¾ Jahr arbeitete sie im Beruf, dann kam die Wende und die Übernahme der HO durch die SEKA. Silke Schattenberg blieb zwar im Beruf, aber nicht in der Spezifikation, sondern verkaufte nun Kinderbekleidung. Unterbrochen von den Geburten ihrer Töchter Sarah (1995) und Pia (2001) arbeitete sie in Geschäften in Thale und Quedlinburg bis zu ihrer Kündigung. Sie blieb nicht untätig, engagierte sich vorerst ehrenamtlich im Tierheim Quedlinburg. Ihr Engagement wurde belohnt, Sie erhielt eine bezahlte Aushilfstätigkeit in dieser Einrichtung und konnte so sechs Jahre überbrücken. Der Vater, Inhaber des Bestattungsinstitutes Schattenberg (erstmals 1907 urkundlich erwähnt) plante das Unternehmen in Familienhand zu erhalten, Tochter Silke langsam in die Aufgaben einzuführen, ihr später die Firma zu übergeben. Es kam anders. Sein plötzlicher Tod verhinderte das langsame Hereinwachsen in den Betrieb. Entscheidungen mussten getroffen werden. Von einem Tag zum anderen stand Silke Schattenberg nun dem Unternehmen vor, hatte Fragen, Zweifel, Ängste. Würde sie der großen Herausforderung gewachsen sein? Dankbar berichtet sie von der „guten Seele“ Frau Krüger, die seit 22 Jahren im Unternehmen ist, seit 26 Jahren die Familie kennt, mit dieser in den Jahren zusammengewachsen ist. Ohne sie hätte sich Silke Schattenberg den Sprung ins kalte Wasser nicht zugetraut. Sie ist der Garant für kontinuierliche Weiterarbeit ohne Unterbrechung, ohne Leistungsabfall. Auf ihre Erfahrungen kann sie bauen, ihre Kenntnisse nutzen und zusammen mit der Tradition, einst das einzige Bestattungshaus für den ganzen Harzkreis gewesen zu sein, gehen beide Frauen mutig ihren Weg. Ihre Leistungen umfassen nicht nur die Beisetzung schlechthin, sondern darüber hinaus die Abnahme von Behördengängen, die Organisation der Trauerfeier. Sie wissen darum, dass die Menschen im Umgang mit dem Tod teilweise überfordert sind, in der Trauer keinen Sinn für Verwaltungszwänge haben und sie helfen leise, still, würde- und wirkungsvoll, zeitlich unbegrenzt. Eine Arbeit, die viel Kraft kostet und manchmal an die eigenen psychischen Reserven geht. Deshalb ist die innere Verbundenheit den beiden Frauen so wichtig. Das miteinander reden können, ermöglicht das miteinander verarbeiten. Einen Ausgleich benötigt man, egal ob Garten oder Hund und Katzen, ob Familie oder Freunde. Wichtig ist, das eigene Abschalten vom täglich erlebten Leid, um am nächsten Tag wieder mit aller Kraft für die Menschen da zu sein, helfen zu können. Dass Ehemann Jens seiner jungen Unternehmerin den Rücken stärkt ist selbstverständlich.
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