MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Hannchen Schaum

Die „Motorrad-Braut“ und ihre Leidenschaft

Hannchen Schaum

RASCHA’S Pension Oldtimer-Gaststätte „Zur Linde“ Zur Linde 2 06193 Götschetal OT Teicha  

Hannchen Schaum wurde 1952 in Teicha geboren, einem Ort, in sie heute noch lebt und in dem die Eltern eine Fleischerei betrieben haben. Sie zeigt das Bild des Großvaters, berichtet, dass dieser das Fleisch noch selbst mit Pferd und Wagen vom Fleischhof geholt habe. Nahe gelegen hätte bei dieser Familientradition, nach Schulabschluss eine Lehre zur Fleischverkäuferin. Sie aber wollte Köchin werden. Zu zierlich für diesen schweren Beruf, fanden die Eltern und so fügte sie sich, suchte eine Lehrstelle als Kaltmamsell. Wieder scheiterte die Ausbildung am Veto der Eltern und so führte ihr Weg schließlich in die pädagogische Richtung, wurde sie Heimerzieher und arbeitete 21 Jahre mit Liebe in diesem Beruf. Die im Elternhaus vernachlässigten Kinder, die sie betreute, brauchten ihr ganze Aufmerksamkeit, ihre Zuneigung, ihre Liebe. Gerne gab sie all das und kann heutige Berichte zu Misshandlungen, Missständen in Heimen nicht bestätigen. Ihr Mann Ralf war zu DDR-Zeiten bereits selbstständig, hatte eine Kurbelwellen-Firma und sattelte nach der Wende um in den Motorradhandel. Als fünffacher Vertragshändler bediente er jetzt Kunden mit dem Wunsch nach Fahrspaß. Hannchen Schaum entschied sich 1993 dieses Repertoire zu ergänzen mit der Eröffnung eines Lederladens und dem Verkauf von Zubehör für Motorräder und ihre Fahrer. Mann Ralf leitete fortan die Werkstatt, Frau Hannchen leitete den Verkauf der Motorräder und des Zubehörs. 1999 kaufte das Ehepaar das Gebäude mit einer um 1600 erstmals erwähnten Schänke, restaurierte das kaputte, teils verfallene Haus und eröffnete es im Jahr 2001 wieder als Gaststätte. Sie hatten diese Entscheidung zur neuen Herausforderung perspektivisch getroffen, denn die jungen Leute kehrten den neuen Bundesländern den Rücken, die Verkaufschancen für Zweiräder, sanken, ein „geordneter Rückzug“ wurde zweckmäßig. Über fünf Jahre hinweg wickelten sie die fünf Verträge als Vertragshändler kontinuierlich ab, bleiben dem Metier noch als freie Händler verbunden, entwickelten aber parallel bereits das neue Geschäft. Dabei konnte Hannchen Schaum endlich die immer gehegte Leidenschaft für das Kochen und die Gastronomie mit der Leidenschaft für die Zweiräder verbinden. Nicht alles lief reibungslos, schwere Zeiten haben die Eheleute durchgestanden, manch schlaflose Nach verbracht, Häme ertragen und doch haben sie die Kraft aufgebracht nicht aufzugeben. Im Ergebnis sind sie heute Besitzer eines einzigartigen Hauses, das nicht nur Entspannung und Erholung bietet, sondern eine historische Sammlung an Zweirädern, die ihresgleichen sucht und über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Und wo kann man schon das Bier aus einem Wartburg- oder Trabantmotor gezapft erhalten, technisch fachsimpeln, lukullisch gleichzeitig verwöhnt werden...
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz