MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Elke und Hermann Scheffel

Die erste Liebe

Elke und Hermann Scheffel

Lehrer / Böttcher und Schlosser 07570 Hohenölsen

Sie kennen sich beide schon lange. Es ist sozusagen eine "Sandkastenliebe". Beide sind in Hohenölsen aufgewachsen, sind in eine Schule gegangen. Elke und Hermann Scheffel erinnern sich, dass sie damals öfter mal Bücher ausgetauscht hatten. Beide sind bis heute Leseratten. Dann verloren sie sich beinahe aus den Augen, weil Hermann in den Westen ging. "Republikflucht" nannte man das in der DDR. Elke Scheffel wurde Mitte September 1944 in Weida geboren. In Hohenölsen ging sie zur Schule und beendete die 10. Klasse mit dem Zeugnis der Mittleren Reife. Am Institut für Lehrerbildung in Crossen studierte Elke 3 Jahre und wurde dann als Unterstufenlehrerin in Hohenleuben eingesetzt. 2 Jahre blieb sie, ehe sie in ihren Heimatort Hohenölsen zurückkehrte. Später wurden die Schulen aus Hohenölsen und Steindorf zusammen gelegt. Aber weder hier noch da gab es genug Musiklehrer. Nach einer Weiterbildung gab Elke Scheffel 13 Jahre Musik bis zur 8. Klasse, sowie Deutsch und Musik in Klasse 1 bis 4. Nach der Wende kam Religion dazu, da sie der Kirche angehörte. In dieser Zeit kamen sich Elke und Hermann Scheffel wieder näher, denn er besuchte seine kranke Mutter zweimal jährlich. Als Elke ein Kind von ihm unter dem Herzen trug, war die Heimkehr für ihn beschlossene Sache. 1943 hatte Hermann in Hohenleuben das Licht der Welt erblickt. Der Vater war nach dem 2. Weltkrieg als "vermisst in Rußland" gemeldet worden und so zog die Mutter ins Elternhaus nach Hohenölsen zurück. Nach der 8. Klasse lernte Hermann das Böttcherhandwerk. Der Großvater besaß eine eigene Böttcherwerkstatt, die Hermann einmal übernehmen sollte. Dazu kam es aber nicht mehr, denn er ging mit ein paar Freunden in den Westen. Nach dem Aufenthalt im Flüchtlingslager Friedland wollte Hermann Scheffel gern als Böttcher arbeiten, aber nicht in einer Fabrik. In einer Weingegend wurden ihm Unterkunft und Logis geboten - aber sehr wenig Geld. Also schulte er beim Chemiekonzern Henkel um auf Schlosser. Mit der Geburt von Tochter Claudia 1966 kam Hermann Scheffel zurück in die DDR und heiratete seine Elke. 1967 vervollständigte Sohn Detlef das Geschwisterpaar. Seinen Traumberuf fand er schließlich an der Talsperre Hohenleuben als Handwerker und Stauwart. Dort blieb der ehemalige Böttcher 27 Jahre. Mit 65 ging er in Rente. Als immer hilfsbereit sind die Scheffels in der Nachbarschaft bekannt und sie fühlen sich wohl dabei. Reisen mit den Enkeln machen sie glücklich. Oma und Opa, Elke und Hermann Scheffel, empfinden sie als Bereicherung für beide Generationen.
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