MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erna Schaffhirt
Im Interesse der Kunst
Mitarbeiterin im Bund Bildender Künstler Leipzig
04107 Leipzig
Sie selbst war nie Künstlerin, fand jedoch beim Betrachten von Kunstwerken ihre große Liebe zu selbigen und verschrieb ihr Leben der Kunst.
Geboren am 25.08.1923 in Zittau, besuchte sie die Grund- und Mädchen-, später die Handelsschule. Eigentlich wollte sie Reisekauffrau werden, arbeitete dann jedoch in der Export-Abteilung des LKW-Bau Zittau und lernte dort ein für damalige Verhältnisse enormes Phänomen kennen – den Vorgänger vom „Robur“.
Bis zum Ende der Kriegszeit blieb sie in Zittau, verlebte drei Jahre in der Niederlausitz und folgte ihrem Ehemann Erich nach Leipzig. Von Beruf Bergbau-Ingenieur, war er für mehrere Institute tätig und wurde letztendlich nach Leipzig versetzt.
1965 begann sie beim Verband Bildender Künstler der DDR und übernahm, im Angestelltenverhältnis, den administrativen Bereich.
Beim Bund Bildender Künstler lernte sie u. a. Heisig, Tübke oder Mattheuer kennen, die von der Einrichtung betreut wurden und deren Ausstellungen sie als Sachbearbeiterin und Organisatorin ein Stück weit mit zum Erfolg führte.
Seit 1983 Rentnerin, ist an Aufhören nicht zu denken. Der Umgang mit Künstlern und Kollegen macht reich, beflügelt, und da sie sich ohnehin nicht wie 85 fühlt, kommt sie auf die Frage: „Wie lange noch?“ kurz ins Plaudern und die Antwort logisch: „Solange ich kann, solange es geht.“ Auch der Verband ist bemüht, die engagierte Pensionärin so lange wie möglich behalten zu können – ein wunderbares Lob. So bereitet sie an drei Tagen die Woche auch weiterhin Ausstellungen vor, begleitet jährlich sechs Projekte und unterzieht sich der mühevollen Aufgabe, Sponsoren zu finden.
Erna Schaffhirt ist Mitglied der Galerie „Zeitgenössische Kunst“ und natürlich Ehrenmitglied im Verband Bildender Künstler.
Gern genießt sie das Kunst- und Kulturleben ihrer lieb gewonnenen Messestadt und nutzt das idyllische Neuseenland rund um Leipzig für sportliche Betätigung beim Schwimmen.
Ein wenig lockt die alte Heimat dennoch. Den Sommer verbringt sie in ihrer Hütte nahe Zittau, genießt und beobachtet die Natur und trifft sich mit alten Bekannten.
Ihr Erich verstarb 2002 nach 57-jähriger Ehe. Der Mutter zweier Töchter sowie Großmutter bleibt nur der Wunsch nach stabiler Gesundheit und viel Kraft im Interesse der Kunst.