MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Perdita Schachtschneider

Warum machst du das nicht?

Perdita Schachtschneider

Direktorin a. D. Schloss- und Spielkartenmuseum
04600 Altenburg

Sie trägt einen seltenen Namen: Perdita, lateinisch „Die Verlorene“. So habe Shakespeare in seinem „Wintermärchen“ die Tochter von Leontos und Hermione genannt, erzählt Perdita Schachtschneider. 1944 in Zwenkau geboren. wächst sie in Prödel und Torgau auf. Nach der 10. Klasse beginnt sie in Weißenfels ein Fachschulstudium für Museologen. 1962 kommt ihr erster Sohn zur Welt. Weil die junge Mutter für ihn keine Betreuung findet, bricht sie das Studium ab. Obwohl nun „ohne Beruf“ bieten sich Perdita Schachtschneider interessante Aufgaben als Museumsassistentin in Parchim, Museumsleiterin in Demmin, beim Kulturbund und beim Rat des Kreises Altenburg. Als stellvertretende Abteilungsleiterin Kultur und als Beauftragte für Museen und Denkmalpflege. Nebenbei studiert Perdita Schachtschneider in Weimar Staats- und Rechtswissenschaft. Ein Studium, das deren Absolventen nach der Wende den akademischen Grad „Diplom-Verwaltungswirtin (FH)“ zuerkennt. Ein weiteres Studium absolviert Perdita Schachtschneider an der Universität in Leipzig. Sie schließt es als Diplom-Kulturwissenschaftlerin ab. Als das Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg einen Direktor sucht und die Kandidatensuche erfolglos bleibt, wird Perdita Schachtschneider gefragt: „Warum machst du das nicht?“ Sie stellt sich der Verantwortung. Im Mai 1989 erhält Perdita Schachtschneider die Berufung zur Direktorin. Das bekannte Spielkartenmuseum wurde wesentlich erweitert. Die „Skatheimat“ mit Malerei des sogenannten Skatmalers Otto Pech, genannt Pix, wurde wieder öffentlich. Insgesamt wurde der Schauwert des Schlossmuseums durch Restaurierungen und Gestaltung von Räumen mit Wohnkultur in einem Schloß erhöht. Als Beispiel sei nur das Sibyllenkabinett“, ein Porzellankabinett aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, genannt. 2006 geht die Direktorin in den Vorruhestand. Sie blickt zurück auf ein gutes und anstrengendes Arbeiten. Sie führe auch jetzt kein Rentnerdasein, abgeschottet von ihrem Beruf, betont die 70jährige. Perdita Schachtschneider ist Mitglied der CDU. Sie war es in der DDR geworden, um sich gegen das aggressive Werben für eine SED-Mitgliedschaft zu wappnen. Perdita Schachtschneider hat sich vielfältig ehrenamtlich engagiert. Doch nun muss sie kürzer treten. Ihr Mann Dietmar Schachtschneider ist nach einem Schlaganfall auf ihre Hilfe angewiesen. Seine Frau liebe und sammle schöne Dinge, meint der Diplomingenieur. Lesen, Dekorieren, Einrichten, so könne man ihre Hobbys zusammenfassen. Perdita Schachtschneider ist stolz auf ihre beiden Söhne und dankbar für die glückliche Gemeinsamkeit mit ihrem Mann. Und wenn sie von Gesundheit spricht, weiß sie, es hätte auch alles anders kommen können...
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