MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Inge und Hans-Ulrich Schade
„Überall wo Wasser rangeschwappt ist war ich schon“
Priesnitz Nr. 57
06905 Bad Schmiedeberg
Fon: 034926 / 57739
Hans-Ulrich Schade, geboren 1954, wusste bereits in der 7. Klasse, wohin ihn seine beruflichen Wege einmal führen würden. Durch Filme hatte ihn die Abenteuerlust gepackt. Er sehnte sich danach zur See zu fahren. Nach der 10. Klasse lernte er deshalb zwei Jahre den Beruf Vollmatrose zur Hochseefischerei in Rostock. Sein Ziel Nautiker zu werden, konnte er auf Grund einer Augenverletzung während seines Grundwehrdienstes bei der Armee nicht erreichen. Die gesundheitliche Tauglichkeit reichte aber noch für einen wirtschaftlichen Dienst und da Hans-Ulrich Schade seinen Seefahrer-Wunsch nicht aufgeben wollte, absolvierte er erst einen Backlehrgang, später eine Ausbildung zum Koch für Hotel- und Gaststättenwesen und die Spezialisierung Schiffskoch. Die Entwicklungsstufen zum Chefkoch meisterte er schnell, befuhr als solcher die Weltmeere auf Transport- und Forschungsschiffen. Die Wende erlebte er bei der DSR (Deutsche Seerederei), doch außer in den Jahren folgende Firmennamenanpassungen veränderte sich für ihn nichts. Er sorgte sich um die Beschaffung und Lagerung der Lebensmittel, trug die Verantwortung dafür, dass die Crew gut verpflegt wurde – ein wichtiger Stimmungsfaktor bei den Seeleuten. 1996 wurden alle gekündigt. Hans-Ulrich Schade heuerte bei einer Privatfirma in Bremerhafen an, die Übersee-Autos in die Bestimmungsländer verschiffte und blieb bis diese Firma 2004 die Arbeit einstellte. Indessen ist es so, dass es keine Festverträge mehr, sondern nur noch begrenzte Heuerverträge gibt. Nach Ende eines Vertrages wendet man sich an die Heuerstelle in Hamburg und erhält ein neues Angebot. Hans-Ulrich Schade will auf diese Weise weiter anheuern, solange er die Seetauglichkeitsprüfung besteht. Dann wird er endgültig zu seiner Frau Inge (geb. 1951) zurückkehren, mit der er seit 2003 verheiratet ist. Sie, gelernte Fachverkäuferin für Fleisch und Wurstwaren, arbeitete aber nur ein Jahr im Beruf, wechselte dann in die Apotheke Pretzsch (1971). Anfangs als Hilfskraft beschäftigt, nutzte sie das Angebot in der Erwachsenenqualifizierung den Apothekenfacharbeiterbrief zu erwerben und arbeitete fortan als Fachkraft weiter. Mit der Wende fand dieser Beruf keine Anerkennung mehr, so dass sie vorwiegend im Lieferdienst eingesetzt wurde, was ihr gefiel. Gesundheitliche Gründe zwangen sie 2009 jedoch erst zur Ruhephase, später zur Aufgabe der Tätigkeit. Ihre Lebensweisheit „Irgendwie geht’s immer weiter“ hat sie im Leben nie aufgeben lassen. Seit Frühjahr 2013 genießt sie nun ihren Rentnerstatus, hat nun mehr Zeit für ihren Garten, ihre Handarbeiten und das Basteln. Zur Patchworkfamilie Schade gehören je Ehepartner zwei Kinder, die bereits auf eigenen Beinen stehen.