MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Uwe Schaller

Und jetzt erst recht!

Uwe Schaller

06773 Gräfenhainichen

Abenteuerlust war es, die in dem 1961 geborenen Uwe Schaller den Wunsch aufkommen ließ Fernfahrer werden zu wollen. Doch mit den Jahren und dem Abschluss der 10. Klasse sah die Welt dann doch bodenständiger aus und so lernte er Instandhaltungsmechaniker in der Zentralwerkstatt Zschornewitz. Die in der Wohngegend vorhandenen Möglichkeiten hatten die Jungenträume abgelöst. Sein Wille sich weiterzuentwickeln ließen ihn die Meisterschule absolvieren. Der Abschluss dieser Qualifizierung fiel jedoch mit der politischen Wende in der DDR zusammen, die Veränderungen im Betrieb mit sich brachten. Erst wurden einzelne Abteilungen abgewickelt, dann kaufte ein Investor das angeschlagene Unternehmen und firmierte um zum Anhaltiner Stahl- und Anlagenbau. Für Uwe Schaller, der zuvor als Instandhalter und Brigadier tätig war, änderte sich die Arbeitsaufgabe. Er wurde in der Endabnahme der Flüssiggasbehälterproduktion tätig, absolvierte hierfür eine entsprechende Qualifizierung beim TÜV Halle. 1997 musste der Betrieb Konkurs anmelden, Uwe Schaller erhielt die Kündigung, doch währte der Zustand der Arbeitslosigkeit nicht lange. Erneut fand sich ein Investor und der Gloria Flüssigkeitsbehälterbau war geboren, der 1999 in die BAGOM GmbH überging. Uwe Schaller arbeitete indessen wieder im Betrieb. Er erzählt von dem Paradoxum, immer im gleichen Gebäude gearbeitet zu haben und doch in so viel unterschiedlichen Firmen bis zur Kündigung im April 2012 tätig gewesen zu sein. In der Ambau GmbH fand er neue Anstellung. Er nahm es in Kauf nicht seiner Qualifikation gerecht eingesetzt zu werden, war sich sicher, sein Können schnell unter Beweis stellen und aufsteigen zu können. Auf gutem Weg hierzu kam ihm im Mai 2013 eine sehr schwere Erkrankung dazwischen. Plötzlich stellten sich ganz andere Fragen, als die der beruflichen Perspektive. Innerhalb kürzester Zeit musste er sich mit der Begrenztheit des Lebens auseinandersetzen. Das verändert viele Sichtweisen. Doch er ist ein Kämpfer und ein positiv denkender Mensch. Das – aber auch die Gewissheit als gut qualifizierter Facharbeiter und einsatzbereiter Mitarbeiter jederzeit an seinen Arbeitsplatz zurückkehren zu können, gibt ihm Mut. 104 Jahre alt will er werden. Dafür betätigt er sich sportlich, sammelt und verarbeitet Kräuter für die gesunde Ernährung und sucht Steine mit positiven Energiefeldern. Die Töchter Maria (geb. 1985) und Marit (geb. 1986) bestärken ihren Vati in seiner Lebensauffassung und er selbst erhält damit ein kleines Stückchen zurück, was er selbst auch gibt: Zeit. Jeden Montag ist „Elternsprechstunde“, erzählt er nämlich und berichtet, dass seine Eltern diese lieb gewordene Gewohnheit Zeit mit ihrem Sohn zu verbringen nicht missen wollen. Uwe Schaller weiß es zu schätzen Zeit zu haben und sie mit anderen teilen zu können. Etwas, was im heutigen Leben leider nicht mehr selbstverständlich ist.
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