MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Prof. Dr. phil. Barbara Schaeffer-Hegel

Transatlantische Feministin

Barbara Schaeffer-Hegel

10119 Berlin

Als 14 jährige musste Barbara Schaeffer-Hegel ihre geliebte Heimatstadt Künzelsau verlassen und zum Vater nach Stuttgart ziehen. Zwei Jahre später gehörte sie zu den wenigen Austauschschülern, die wegen ihrer möglichen Eignung für spätere Führungsaufgaben ein Jahr in den USA verbringen durften. Nach dem Studienjahr in Ohio studierte sie in Tübingen und Freiburg Philosophie, Politikwissenschaft und Geschichte, absolvierte das Staatsexamen, und promovierte zu einem Thema aus der politischen Phi-losophie. Anfang der Sechzigerjahre folgte sie ihrem damaligen Ehemann nach Bonn, brachte ihre Tochter Milena zur Welt und wurde 1965 Assistentin an der pädagogischen Hochschule. 1966 verbrachte sie ein Jahr in Pakistan und wechselte, nach der Trennung von ihrem Ehemann als Assistentin für Politikwissenschaften an die PH Münster. 1972 wurde Barbara Schaeffer zur Professorin für Erziehungswissenschaften nach Berlin berufen, wo sie 1980 an die Technische Universität überwechselte. Dort gründete sie die Arbeitsstelle Sozial-, Kultur- und Erziehungswissenschaftliche Frauenforschung, und ging 1980 zusammen mit ihrem jetzigen Ehemann, dem Physiologen Prof. Dr. Ulrich Hegel, ihrer Tochter und ihren beiden jüngeren Kindern, Kolja, 3, und Dorjee, 4, für ein ausgedehntes Forschungssemester nach San Diego, USA. Ab Anfang der 1980er Jahre organisierte die engagierte Feministin die ersten großen Frauenkongresse in Berlin und versuchte, die Idee der "Women’s Studies" an Berliner Hochschulen umzusetzen. 1990/91 nahm sie eine einjährige Gastprofessur in den USA an. Nach mehreren, an der Technischen Universität Berlin (TUB) und im Berliner Reichstag durchgeführ-ten internationalen Kongressen und Forschungsprojekten zum Thema Frauen in Führungspositionen gründete Barbara Schaeffer-Hegel 1996, zusammen mit ihrer Partnerin Dr. Helga Lukoschat, die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF). 2001 emanzipierte sich die EAF vom Ableger zum Partner der TUB. Barbara Schaeffer-Hegel und ihre Mitarbeiterinnen gründeten die Femtec GmbH, das erste Hochschulkarrierezentrum für Frauen in Deutschland, mit EAF und TUB als Gesellschafterinnen. Mehr als 200 Studentinnen der Ingenieur- und der Naturwissenschaften erhielten dort bis heute Zusatzqualifikationen. 2002 erhielt Barbara Schaeffer-Hegel für ihre Verdienste um die Gleichstellung von Frauen und Männern das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Nach ihrer Versetzung in den Ruhestand als Professorin widmete sie sich ausschließlich der Weiterentwicklung von EAF und Femtec und ist heute als Gründungspräsidentin der EAF und als Aufsichtsratsvorsitzende der Femtec nach wie vor eine wichtige Führungs-person für die beiden von ihr gegründeten Organisation.
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