MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Irene-Irma und Adolf Sauermann

„Wir nehmen es wie es kommt!“

Irene-Irma und Adolf Sauermann

Molkereifacharbeiterin i. R.
Lagerarbeiter i. R.
Zum Brandbusch 4
04779 Wermsdorf OT Gröppendorf
Fon: 034362 / 31081

Harte Arbeit war stete Alltagsbegleiterin. Doch ob im privaten oder beruflichen Bereich – das Ehepaar empfand es immer als Glück, Freude an der eigenen Arbeit zu haben. Gelohnt hat sich der Aufwand. Sauermanns verfügen über ein Haus mit wunderbarem Grundstück und sind stolz auf das Geschaffene. Die Gestaltungsideen für den idyllischen Garten stammten von ihm. So, wie er ihn einst konzipierte, besteht er noch immer und seine Frau hegt und pflegt Blumen, Sträucher und Pflanzen. Geboren wurde Irene-Irma Sauermann als eines von acht Kindern am 01.07.1940 in Mügeln. Trotz großer Armut der Eltern versuchten sie es irgendwie, ihren Kindern Spielzeug und eine Puppenstube, die vom Vater regelmäßig repariert werden musste, zur Verfügung zu stellen. Im Sommer konnten die Kinder im Freien toben, doch mit 14 Jahren war die Kindheit beendet. Irene Sauermann verließ das Elternhaus, arbeitete in Landwirtschaft und Haushalt sowie von 1955/57 in der Molkerei. Nach der Hochzeit 1958 zog sie nach Gröppendorf, schenkte ihren Kindern Viola, Bodo und Karla das Leben und konnte fortan nur noch stundenweise in der Landwirtschaft tätig werden. 1975 wechselte sie ins Käsewerk der Molkerei Mügeln und machte mit 40 Jahren den Abschluss als Molkereifacharbeiter. Im Beruf wurde sie geachtet, von Kollegen um Rat gefragt und erhielt mehrfach Auszeichnungen. 1992 begab sie sich in die vorgezogene Rente. Adolf Sauermann, geboren am 23.10.1935 in Niederschlesien, musste mit seiner Familie 1946 die Heimat verlassen. Obwohl er noch Kind war, stehen ihm Kriegserlebnisse noch bildhaft vor Augen. Mit Kriegsunterbrechungen beendete er die Schule in Glossen und besuchte die landwirtschaftliche Berufsschule. Danach begann er and er Zuckerfabrik Oschatz, legte den Weg mit seiner 125er Java zurück und wechselte an eine Ziegelei. Nach deren Schließung wurde er in Großbothen mit Aufräumungsarbeiten betraut, welche ihm gar nicht behagten. Eine neue Tätigkeit nahm er in der Ziegelei Mahlis auf, doch der Verdienst war gering. Er nahm eine Stelle im Kohlehandel an. Von Statur eher zierlich, musste er hochgradig schwere Arbeit bewältigen, blieb dennoch 15 Jahre lang im Unternehmen. Als Lagerist und Staplerfahrer setzte er seinen Weg in der Molkerei fort und galt insbesondere bei Käseerzeugnissen als Spezialist. Riesige Paletten bewegend, wusste nur er, bei welchem Reifegrad welche Käsesorte ausgeliefert werden musste. Nach erfolgreichem Berufsleben ging Adolf Sauermann mit 60 Jahren in Rente. Anhand von Zeitungsartikeln erschuf sich die Dreifachmutter ein Arsenal an Zeugen vergangener Zeiten. Wiederum in die Zukunft schauend, fiebern Irene und Adolf Sauermann der diamantenen Hochzeit entgegen. Ansonsten gehen sie das Leben heute locker an und erklären dazu: “Wir nehmen es wie es kommt!“
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