MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans Schaal
Der erste Diener der Kammer
Domänen Direktor i. R.
Gunterstraße 1
70191 Stuttgart
Hans Schaal wurde am 13. August 1928 in Asperglen im Rems-Murr-Kreis als eines von 12 Geschwistern geboren. Trotz des Kinderreichtums ermöglichte man ihm eine gehobene Ausbildung, die ihn 1939 auf das Gymnasium Schorndorf führte.
Die Zeiten waren unruhig. Der Krieg tobte und forderte Blutzoll. So wurde der junge Mann wie viele Leidensgenossen gegen Kriegsende zum Dienst eingezogen. Im Allgäu geriet er in Gefangenschaft und wurde in ein Kriegsgefangenenlager bei Heilbronn verbracht, konnte jedoch, Glück im Unglück, bereits nach einem Vierteljahr in die zerstörte Heimat zurückkehren.
Nach dem Krieg holte er die verlorene Schulzeit nach. Parallel dazu arbeitete Hans Schaal in einer Fabrik. Nach dem Abitur 1948 bewarb er sich für eine Stelle im Staatsdienst und begann schließlich beim Bau- und Liegenschaftsamt seine Ausbildung. Nach der Abschlussprüfung als Finanzwirt 1953 kam er zum Haus Württemberg. Hier galt es, die herzoglichen Liegenschaften, die über ganz Württemberg verstreut lagen, zu betreuen und zu verwalten. Unter Herzog Philipp bot man ihm die Verwaltung der Immobilien an – Schaal schlug ein. Es sollte eine schicksalhafte Entscheidung werden. Bis zu seiner Pensionierung bekleidete Hans Schaal diesen Aufgabenbereich.
„Ich war der erste Diener der Hofkammer“, erklärt Herr Schaal im Blick zurück, „also stets hochmotiviert.“ Die meiste Zeit verbrachte er in der Stuttgarter Dienststelle der Hofkammer des Hauses Württemberg.
Durch die Aufgabenstellung beim Herzog brachte Hans Schaal seine Talente auf allen Gebieten der Immobilien-Verwaltung ein. Schlösser und Burgen, Domänen und Stadthäuser erfordern eine umsichtige Planung. „Einige Arbeitsfelder bei der Hofkammer musste ich von Grund auf erlernen“, erinnert er sich. Zusätzlich oblag Hans Schaal die Verwaltung der Kellerwirtschaft in der an guten Weinen weiß Gott nicht armen Region. Gute Weine sind eine Leidenschaft Schaals: „Ich genieße gerne ein gutes Tröpfchen, württembergische und andere Sorten“, erklärt der pensionierte Finanzwirt.
Der dreifache Großvater, der auf die Familie ebenso stolz ist wie auf seinen Lebensweg, pflegt eine ausgedehnte Sammelleidenschaft. Neben Werken zur Geschichte und Landeskunde hat ihn vor allen Dingen die Philatelie gefangen genommen.
Auch heute, fast 20 Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst, zollt er seinem ehemaligen Arbeitgeber Respekt. „Die herzogliche Familie“, erklärt Hans Schaal entschieden, „ist über jeden Zweifel erhaben!“