MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Rudolf Römer

Vom Leben geprägt

Rudolf Römer

Landwirt, Meister der Schweinezucht
Mittweidaer Str. 37
09648 Mittweida OT Frankenau

Fon: 03727 / 3662

Rudolf Römer wurde am 30.09.1924 im sächsischen Bockwitz bei Colditz geboren und wuchs mit einer jüngeren Schwester auf. Ab 1927 lebte er im nahe gelegenen Frankenau, wo seine Eltern Land besaßen und sesshaft wurden. Beide waren in der Landwirtschaft tätig. „Hier bin ich dann bis 1939 auch zur Schule gegangen und habe bereits als Kind viel auf dem elterlichen Hof mitgeholfen. Das war einfach so, und da wurde auch nicht gefragt, ob man vielleicht andere Talente hatte“, erinnert sich Rudolf Römer. Im Anschluss an die Schulzeit absolvierte er die Berufsschule in Mittweida und die Landwirtschaftsschule in Döbeln, um ebenfalls gut ausgebildet in diesen Beruf einsteigen zu können. Achtzehnjährig wurde er 1942 allerdings noch in den Krieg eingezogen und geriet später lange in französische Gefangenschaft. „Von Liverpool aus wurden wir mit dem Schiff sogar für ein Jahr nach New York verfrachtet und lebten in einem amerikanischen Gefangenenlager“, berichtet er über diese einschneidende Etappe seiner Biographie. Im Frühjahr 1946 kehrte er schließlich nach Hause zurück und arbeitete fortan selbstständig auf dem Gebiet der Rinder- und Schweinezucht. „Mein Vater war schon sehr erfolgreich damit, so dass ich mir bis zu seinem Tode viel von ihm abschauen konnte“, sagt Rudolf Römer. 1960 musste er das Pachtland seiner Eltern der LPG anschließen und war nun bis Mitte der 70-er hauptsächlich in der Tierzucht tätig. Bis zu seiner Pensionierung 1989 verdiente er seinen Lebensunterhalt bei der Gebäudewirtschaft Mittweida als Kraftfahrer. 1952 hatte Rudolf Römer seine aus der Landwirtschaft in Erlau stammende, Frau Erika geheiratet. Mit Brigitte (*1953; Lehrerin) und den Zwillingen Ulrich und Sigrid (*1954; Maschinenbauer und Dreherin) hat das Paar drei Kinder. Seit Erika Römer 2007 verstarb, lebt der hochbetagte Witwer allein. „Ich bin sehr stolz darauf, dass ich mich bis heute selbst versorgen und noch immer auf meinem Anwesen wohnen kann“, berichtet er. Sein Land ist mittlerweile verpachtet, Tiere gibt es auch keine mehr. Aber die Liebe zur Natur ist Rudolf Römer geblieben. Nach einem arbeitsreichen, von vielen Entbehrungen geprägten Leben, lässt er es jetzt etwas ruhiger angehen. „Die Zeiten haben sich sehr verändert, wenn man es mit den Gegebenheiten von vor knapp 100 Jahren vergleicht“, schmunzelt er. „Wir waren harte Arbeit bei Wind und Wetter gewöhnt. Auch die technischen Möglichkeiten hatten damals bei weitem noch nicht das heutige Niveau.“ Für die Zukunft wünscht sich der passionierte Landwirt vor allem, dass er bei stabiler Gesundheit noch weiterhin selbstbestimmt seinen Lebensabend in gewohnter Umgebung genießen kann.
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