MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erwin und Isolde Röhr
Feuerwehrmann macht Musik
Näherin
Textilingenieur, Wehrleiter
Altenburger Str. 9
04654 Frohburg
Isolde und Erwin Röhr stammen beide aus dem benachbarten Greifenhain (inzwischen nach Frohburg eingemeindet). Erwin Röhr kam hier 1930 zur Welt. Seine Eltern bewirtschafteten ein Bauerngut mit 20 Hektar, Großeltern und Mutter mussten mit Hilfe der Kinder den Vater ersetzen, der erst 1946 aus Kriegsgefangenschaft zurückkam. Neben der Volksschule von Greifenhain, die er von 1937 bis 1945 besuchte, bestimmte von Jugend an die Musik das Leben von Erwin Röhr, vor allem Harmonika und Akkordeon konnte er sich aneignen, erhielt dazu Unterricht in Geithain und Rochlitz. Nach dem Schulabschluss arbeitete er auf dem elterlichen Hof, besuchte dazu die Berufsschule in Frohburg. Kurze Zeit wirkte er in einem Aufkaufbetrieb und einem Viehkontor, entschloss sich dann aber, in die örtliche Textildruckerei (später Werk IV des VEB Wäscheunion) zu wechseln, wo seine Frau schon tätig war. Vier Jahre wirkte er im Magazin, besuchte dazu einen Gabelstaplerlehrgang. Mit anderen Kollegen baute er eine Betriebsfeuerwehr auf, der er nach entsprechender Ausbildung viele Jahre lang als Wehrleiter vorstand. Vom Magazin wechselte er in die Produktion, wurde an der Textildruckmaschine und in der Galvanik gebraucht. An der Volkshochschule in Geithain erwarb er den Abschluss der 10. Klasse und konnte dann im vierjährigen Fernstudium einen Abschluss als Textilingenieur erreichen. Danach agierte er ein Jahr als Meister in der Druckerei, wurde dann von der Kombinatsleitung des VEB Wäscheunion in der Forschung und Entwicklung eingesetzt. Als mit den gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen von 1990 seine Aufgaben entfielen, er in den Vorruhestand geschickt wurde, blieb ihm jedoch Untätigkeit fremd, so dass er noch mehrere Jahre als Lastzugfahrer unterwegs war. Über 60 Jahre steht seit der Heirat 1955 nun Frau Isolde an seiner Seite. Sie wurde als Isolde Taubert 1929 geboren. Beide kannten sich von Kindheit an, denn ihre Mutter half schon auf den Feldern der Familie Röhr. Nach dem Schulbesuch in Greifenhain absolvierte sie das damals übliche Pflichtjahr in der Landwirtschaft, sammelte in kurzen Abschnitten erste praktische Erfahrungen in Küche und Haushalt, arbeitete dann in der Textildruckerei, in der sie über vierzig erfüllte Berufsjahre erlebte, sich zur Näherin qualifizieren konnte. 1989 ging sie mit dem 60. Lebensjahr in Rente. Die frühe Liebe zur Musik begleitete Erwin Röhr durch sein ganzes Leben, er war Gründungsmitglied des seit 60 Jahren bestehenden Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Frohburg, ist immer noch im Einsatz und spielt in der Blaskapelle „Die Optimisten“ mit Freude auch in kleiner Formation. Bis heute gehört der Campingurlaub (einst mit selbstgebauter Ausrüstung und einem „Trabant 500“ begonnen) zum Leben der Familie Röhr.