MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erdmute und Gotthard Röthig
Im familiären Glück geborgen
01731 Kreischa OT Gombsen
Das Vorland des Osterzgebirges prägte das Leben von Erdmute Röthig. Im Kreischaer Ortsteil Sobrigau kam sie 1938 zur Welt, doch ihre Eltern, beide Pädagogen, wechselten bereits 1939 nach Weißig bei Freital, wo der Vater bis 1945 seinen Beruf ausübte. Später war er Arbeiter in einer Gärtnerei. Trotz Krieg erlebte sie eine behütete Kindheit, besuchte ab 1946, nun wieder in Kreischa, die Schule, schloss 1952 mit der 8. Klasse ab. Im nahen Reinhardtsgrimma absolvierte sie eine dreijährige Lehre zur Landwirtin. Aber das Metier, viele Varianten bei der Berufswahl gab es einst nicht, sagte ihr wenig zu. Nach der Lehre fing sie deshalb im Kreischaer Sanatorium an, konnte sich in einem Lehrgang zur Serviererin weiterbilden. 1961 heiratete sie, ihr Mann Gotthard war ebenfalls Landwirt, arbeitete jedoch im größten Teil seines Berufslebens als Kraftfahrer. 1962, 1963 und 1967 wurden die drei Kinder geboren, Erdmute Röthig blieb nun zu Hause, einen Kindergartenplatz fand sie nicht, hatte neben den drei Sprösslingen ja noch das Grundstück und eine Menge Viehzeug zu versorgen. Das große Anwesen, die frühere von ihren Großeltern geführte Leimfabrik, verlangte viel Einsatz. 1972, als der Vater, indessen Rentner, sich um die Enkel kümmern konnte, gelang es ihr, in einer Gärtnerei neue Aufgaben finden, machte auch hier an der Abendschule noch den Facharbeiterabschluss. Doch aufgrund der häuslichen Gegebenheiten entschied sie sich ab 1976 in Heimarbeit für die Kartonagenfabrikation zu arbeiten, bis auch dieser Wirtschaftszweig 1990 den neuen ökonomischen Bedingungen Tribut zollen musste. Doch nun konnte Erdmute Röthig durchatmen, denn endlich war sie in der Lage, völlig selbständig über das Grundstück zu entscheiden, half mit in der Küche als einer der Söhne hier Gaststätte und Pension für einige Jahre betrieb.
So wie ihr die ältere Schwester Brunhilde in vielen Situationen zur Seite stand, kümmert sich Erdmute Röthig heute um die Belange der Familie, zu der zwei Söhne, eine Tochter, fünf Enkelkinder und der erste Urenkel gehören. Ihr Garten und ihre mit Liebe und Fleiß betriebene textile Handarbeit liefern schönste Ergebnisse. Früher war das Ehepaar viel auf Wanderungen unterwegs, nach der Öffnung der Grenzen erfüllte sich ein sehnlicher Wunsch, das Rheintal mit seinen Burgen und Schlössern hinterließ bleibende Eindrücke.