MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Heidrun Brauer

Glück ist, gebraucht zu werden

Heidrun Brauer

Lehrerin, Schulamtsdirektorin
99423 Weimar

Heidrun Brauer wurde am 29.03.1944 im thüringischen Weimar geboren und verbrachte hier Kindheit und Jugend. 1962 beendete sie mit dem Abitur auf der EOS „Friedrich Schiller“ ihre Schulausbildung. „Ich habe bereits im Alter von 11 Jahren meinen Vater verloren, so dass meine berufstätige Mutter alleinerziehend war. Trotzdem ist sie dem Rat der Lehrer gefolgt und hat mir diesen Bildungsweg ermöglicht“, erzählt Heidrun Brauer, deren Berufswunsch aus familiärer Tradition Lehrerin war. „Mein Opa war Lehrer und meine ältere Schwester ebenfalls“, berichtet sie und studierte vier Jahre Lehramt am Pädagogischen Institut Erfurt in den Hauptfächern Deutsch und Russisch. Im zweiten Studienjahr heiratete Heidrun ihren Mann Lothar Brauer. Mit Anke (*1963; Journalistin beim RBB Fernsehen) und Frank (1967-2009; Wirtschaftsredakteur bei der Thüringer Landeszeitung; starb an einer Krebserkrankung) bekam das Paar zwei Kinder und hat mittlerweile zwei Enkel sowie eine Urenkelin. Die ersten acht Jahre nach dem Studium arbeitete Heidrun Brauer an einer POS in Apolda. Bis zur Wende war sie dann in zwei verschiedenen Weimarer Schulen tätig. Ab 1990 ergab sich für Heidrun Brauer die Chance, ins Schulamt zu wechseln. Hier war sie anfangs als Personalreferentin tätig und hat den Prozess der Umgestaltung des Thüringer Schulwesens hautnah miterlebt. Ab 1991 arbeitete sie als Gymnasialreferentin und baute auf fachlicher Seite die Weimarer Gymnasien mit auf. Ihr Mann, der damals als Schulverwaltungsamtsleiter fungierte, kümmerte sich u.a. um dazugehörige bauliche Aspekte. Von 1994–2006 übernahm Heidrun Brauer diese Tätigkeit in Erfurt, wurde verbeamtet und blickt auf einen sehr spannenden beruflichen Werdegang zurück. „Ich war als Station zwischen dem Kultusministerium und den Schulen dafür verantwortlich, dass die Gesetze und Vorschriften an den Schulen umgesetzt werden“, beschreibt Heidrun Brauer ihr langjähriges Tätigkeitsfeld. 2006 wurde sie pensioniert. Bereits 1990 hatte sie mit ihrem Mann den Verein „Initiativgruppe Buchenwald 1945–1950 e.V.“ gegründet, da ihr Vater nach seiner Verhaftung 1945 drei Jahre dort inhaftiert war und nie über diese Zeit gesprochen hat. Heidrun Brauer führt diese Arbeit als Vorstandsvorsitzende auch nach dem Ableben ihres Mannes 2014 fort. Jährlich organisieren wir, unter Mithilfe der Leitung dieser Gedenkstätte, zwei Veranstaltungen. „Wir haben das öffentliche Buchenwaldtreffen im September und das interne Kameradschaftstreffen für ehemalige, inzwischen hoch betagte, Häftlinge“, berichtet Heidrun. Am 25.04.2007 wurden Heidrun und Lothar Brauer das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Am 19.09.2015 erhielt Heidrun Brauer das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Beide Auszeichnungen wurden für die langjährige ehrenamtliche Arbeit als Vorstand der Initiativgruppe Buchenwald 1945–1950 e. V. verliehen. In ihrer Freizeit stehen zudem Reisen, Lesen, Theater- und Konzertbesuche, die Mitgliedschaft im Rotary Club sowie Zeit für Familie und Freunde auf dem Programm, verbunden mit dem Wunsch, weiterhin bei guter Gesundheit altern zu dürfen.
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