MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Manfred Brauer

Eindrucksvolle Lebensgeschichte(n)

Industriekaufmann, Textilingenieur
Fachingenieur für Datenverarbeitung
Aue 14

09212 Limbach-Oberfrohna
Fon: 03722 / 93187

Manfred Brauer wurde am 09.09.1927 im sächsischen Falken geboren und wuchs mit zwei Geschwistern auf. Sein Vater arbeitete als Strumpfwirker, die Mutter war Näherin. Der achtjährigen Schulausbildung folgte er in seinem Heimatort und Langenchursdorf. Von 1942–1945 absolvierte Manfred Brauer dann eine kaufmännische Lehre im Trikotagenunternehmen Limbach-Oberfrohna und schloss diese als Industriekaufmann ab. Zwischenzeitlich wurde er 1944 zum Militärdienst eingezogen. „Da habe ich mit 16 Jahren schon in Paris am Eiffelturm gestanden“, erinnert er sich. Nach Beendigung des Krieges kehrte Manfred Brauer beruflich in sein altes Unternehmen zurück. „Ich stieg als Finanzbuchhalter ein. Als man meine Firma 1953 in den großen VEB Trikotagenwerk Trinelli eingliederte, wurde ich als Betriebsteilleiter eingesetzt. Von 1956–1964 arbeitete ich dann als technischer Direktor“, schildert Manfred Brauer seinen erfolgreichen Werdegang. Parallel studierte er von 1957–1960 Textilingenieur in Karl-Marx-Stadt. Anschließend führte er für den benachbarten Großbetrieb VEB Feinwäsche „Bruno Freitag“ die Datenverarbeitung ein. „Das war komplettes Neuland. Ich habe die gesamte Organisation bis 1970 auf Lochkartentechnik umgestellt und zudem noch ein Zusatzstudium zum Fachingenieur für Datentechnik in Reichenbach absolviert“, erzählt er. 1970 wurde Manfred Brauer Beratungsingenieur und fungierte bis 1983 als Reisekader für die Firma Textilvertretungen GmbH Berlin. „In dieser Stellung habe ich viel von der Welt gesehen. Ich hatte ein Dauer-Ausreisevisum und einen Wartburg als Dienstwagen, mit dem ich ohne Navigationssystem durchs Ruhrgebiet gekurvt bin“, schmunzelt er. „Aber nach 13 Jahren permanenter beruflicher Bereitschaft, Reisestress, stundenlangen europaweiten Verhandlungen und zu wenig Privatleben ging ich 1984 zurück ins Trikotagenkombinat und habe bis zu meiner Pensionierung 1990 Forschungs- und Entwicklungsgelder verwaltet“, rundet Manfred Brauer seine eindrucksvolle Karriere ab. 1951 heiratete er seine Frau Sieglinde, die als Erzieherin tätig war. Mit Gudrun, Sabine, Angela, Ina und Bernd hat das Paar fünf Kinder sowie mittlerweile sieben Enkel und einige Urenkel. „Seit 1998 organisiere ich unser großes jährliches Familientreffen“, berichtet Manfred stolz. Seiner Frau zeigte er in den letzten 20 Jahren alle Länder und Städte, die er damals allein bereisen musste. „Wir waren oft 60 Tage pro Jahr unterwegs“, lächelt er. 2016 verstarb Sieglinde Brauer und hinterließ eine große Lücke. „Sie hatte immer viel Verständnis für meine Arbeit“, resümiert Manfred, der Haus und Garten nun allein bewältigt und seinen Lebensabend weiterhin selbstbestimmt, mit einem gepflegten Auftreten und gern in guter Gesellschaft gestalten möchte.
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