MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Siglinde Brauer

Ihr Lebensmotto: „Das Leben ist schön!“

Kindergärtnerin, Erzieherin
04838 Jesewitz OT Wöllmen

Sie stand immer mit beiden Beinen fest im Leben. Das ist bis heute, wo Siglinde Brauer längst Rentnerin ist, so geblieben. Denn die gebürtige Sächsin aus Jesewitz, Ortsteil Wöllmen, kennt auch nach dem Berufsleben als Kindergärtnerin und Erzieherin keine Langeweile. Sie ist immer gern unter Menschen gewesen. Geboren 1943 in Priester, hat sie als Tochter von Landarbeitern zehn Jahre lang die Schule besucht. Siglinde Brauer, die von 1962-1994 mit ihrem Mann Werner (Kfz.-Schlossser, Dialyse-Patient, mit 51 Jahren gestorben) verheiratet war, hat zwei Töchter und zwei Enkelkinder. Angelika, geboren 1963, lebt in Leipzig und arbeitet als Zahnarzthelferin (Stomaschwester) in einer Praxis in Markranstädt. Kathrin, die 1964 zur Welt kam, hat Technische Zeichnerin gelernt und ist krankheitsbedingt schon Rentnerin. Sie ist in Wurzen zu Hause. Kindergärtnerin zu werden, war Mutter Siglinde Brauers Traumberuf. Zwei Jahre ließ sie sich an der Leipziger Fachschule ausbilden und wurde mit 18 Jahren fertig. 18 Kinder gehörten zu ihrer ersten Gruppe, die Siglinde Brauer ein Jahr im kleinen Dorfkindergarten Freiroda betreuen durfte. Wieder folgten kleine Einrichtungen auf Dörfern, so dass Siglinde verkehrstechnisch stets das Fahrrad, später das Moped (SR 2) als erste eigene größere Anschaffung, brauchte, um zur Arbeit zu kommen. Nach ihrer Familiengründung zog sie mit ihrem Werner nach Taucha. 23 Jahre herrschte ein gutes Miteinander, alle hatten Kinder und verstanden sich. Gern denkt Siglinde Brauer an diese Zeit zurück. Mit 41 Jahren erkrankte ihr Mann schwer (Herzinfarkt, Dialyse). Siglinde Brauer fuhr zum Glück immer Auto und konnte ihren Werner zu Behandlungen, aber auch in den Urlaub mit ihm fahren, zum Beispiel sehr oft nach Kühlungsborn an die Ostsee. Während dieser schweren Zeit half ein guter Arzt, unterstützten die Kinder und Kollegen das Paar. Denn Brauers bauten das Haus der Schwiegereltern um. Ehemalige Schützlinge, die Siglinde Brauer einst in Kindereinrichtungen betreute, boten als Maurer Hilfe an. Zuletzt war sie im Ortsteil Gotha, dann in Jesewitz als Erzieherin tätig. Diesen Abschluss hatte sie nach der Wende in Hohenprießnitz nachholen müssen. Mit 60 Jahren ging Siglinde Brauer 2003 in Rente. Sie erhielt viele Ehrungen, darunter als Aktivistin und Trägerin der Pestalozzimedaille. Trotz der schlimmen Zeit infolge der schweren Krankheit ihres Mannes habe ein Zusammenhalt geherrscht, der Siglinde Brauer das Herz wärmte. Ihr Lebensmotto lautet bis heute: „Das Leben ist schön!“ Ausdauer und Freundlichkeit will sie sich als ihre persönlichen Stärken auch in Zukunft bewahren. Sie organisiert ehrenamtlich Busfahrten und Feiern für die Volkssolidarität. Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen zählen kochen, Auto fahren, tapezieren und Gartenarbeit. Siglinde Brauer wünscht sich für ihre Familie Gesundheit.
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