MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Alfred und Gudrun Bratfisch

Das Leben hält auf Trab

Alfred und Gudrun Bratfisch

Agraringenieur
Industriekauffrau
Rodaer Dorfstr. 52
04654 Frohburg OT Roda

Als Ältester von sechs Geschwistern kam Alfred Bratfisch 1930 in Leipzig zur Welt. Nach dem Schulbesuch erst in Meusdorf, dann im Nachbarortsteil Probstheida bekam der junge Pferdenarr seine Chance, auf der Leipziger Pferderennbahn erhielt er eine Ausbildung, um als Jockey in Zukunft Rennen zu gewinnen. Die Lehre setzte er auf der Naturrennbahn Boxberg bei Gotha fort, doch ein schwerer Sturz, Gewichtsprobleme ließen die Zahl der Einsätze gering bleiben. Da wechselte er 1949 zur Volkspolizei, besuchte die Offiziersschule. Nach zwölfjährigem Dienst, zuletzt als Hauptmann in Oranienburg stationiert, hatte er sich schon auf ein neues Leben vorbereiten können, beendete die Ausbildung dazu als Meister der Landwirtschaft. Nach einem Studium mit Abschluss als Agraringenieur in Hoyerswerda wurde er beim dortigen Rat des Kreises in der Abteilung Landwirtschaft eingesetzt. Zwischenzeitlich konnte er der Liebe zum Pferdesport wieder nachgehen, wurde stellvertretender Gestütsdirektor und Rennstallleiter in Graditz, agierte eine kurze Zeit auch in Berlin-Hoppegarten. Seine Frau Gudrun (Heirat 1963), stammte aus Mittelsachsen. 1976 ging es für die Familie nach Roda, wo auf dem Hof der Schwiegereltern der Stall zum Wohnhaus umgebaut wurde. Alfred Bratfisch wurde beauftragt, aus drei Einrichtungen eine Bäuerliche Handelsgenossenschaft (BHG) zu formen, diese dann zu leiten. Als er 1990 in Vorruhestand ging, siegte wieder die Freude an den Pferden, ein arabisches Vollblut wurde gekauft und Tag für Tag viel geritten. Als Gudrun Römer kam seine spätere Frau 1940 in Gersdorf zur Welt. Ihr Vater starb vor ihrer Geburt, ab dem dritten Lebensjahr wuchs sie beim neuen Mann ihrer Mutter, der zum erlebten Vater wurde, in Roda auf. Die junge Gudrun besuchte die Schule am Ort und dann die Zentralschule in Greifenhain. Nach Abschluss der 8. Klasse absolvierte sie eine landwirtschaftliche Lehre im elterlichen Betrieb mit Facharbeiterprüfung, ließ sich aber danach für den Bereich Rechnungswesen umschulen. Mit der Heirat ging es nach Hoyerswerda, wo sie als Buchhalterin in verschiedenen Betrieben, dann als Leiterin Rechnungsführung und Statistik in einer Brauerei arbeitete. Zurück in Roda war sie in gleicher Eigenschaft für den VEB musikelectronic Geithain tätig. Ab 1986, als sie sich um ihre Mutter kümmern musste, wechselte sie als Sachbearbeiterin zur Großküche in Frohburg, musste 1990 diesen Betrieb mit abwickeln und (schwere Aufgabe) die Kündigung aller Kollegen tippen. Sie selbst wurde Büroleiterin beim ehemaligen Holzkombinat Borna, das in mehrjähriger Arbeit im Auftrag der Treuhandanstalt ebenso abzuwickeln war. Der frühe Tod von Sohn Michael in dessen 42. Lebensjahr wurde zum großen Verlust, doch blieben der Familie die beiden Enkel. Haus und Hof halten Gudrun und Alfred Bratfisch weiter auf Trab.
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