MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Waldtraud und Winfried Brauer

Die Arbeit als Berufung und Erfüllung

Waldtraud und Winfried Brauer

Am Gestüt 25
06780 Zörbig OT Prussendorf
Fon: 034956 / 25168

Waldtraud und Winfried Brauer lernen sich 1962 in Brehna kennen und heiraten zwei Jahre später. Der 1968 geborene Sohn Ingo arbeitet an der TU München als Gartenbautechniker, seine Schwester, Jahrgang 1984, ist Physiotherapeutin in Hof. Ab 1972 bauen sie ihr Haus, welches sie auch durch den Verkauf selbst erzeugter Rosen und Obstgehölze finanzieren. Waldtraud Brauer kommt 1936 zur Welt. Der Vater, ein Förster, muss in den Krieg ziehen. Die Familie erlebt die letzten Kampfhandlungen unweit des Forsthauses im Wald der märkischen Heimat mit noch zwei kleineren Geschwistern. Der Vater kehrt nach zweifach schwerer Verwundung aus dem Krieg zurück. Die Tochter will zunächst auch Försterin werden und schließt schließlich wegen guter Leistungen eine Lehre als Baumschulgärtnerin vorzeitig ab. Ab 1961 darf sie sich nach dem Abschluss eines Fachschulstudiums Gartenbauingenieurin nennen und erkrankt zwischenzeitlich an einem Lungenleiden. Anschließend arbeitet sie sieben Jahre als Assistentin in der RTS und später LPG Baumschule Brehna. Waldtraud Brauer ist ein Jahr Ausbildungsleiterin und nimmt von 1963–1966 weitere Führungsfunktionen wahr. Dann tritt sie aus der LPG aus und ist bis nach der Wende technische Mitarbeiterin an der Landwirtschaftlichen Fakultät im Obstbauinstitut der Martin-Luther-Universität Halle / Saale. Winfried Brauer wird 1938 geboren. Der Vater ist Schäfermeister und versorgt die Stammherde für Schafzucht im Versuchsgut der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften gemeinsam mit der Mutter. Der Sohn erlernt nach dem Schulabschluss in drei Jahren den Beruf eines Baumschulgärtners im Versuchsgut Prussendorf. Später legt er die Meisterprüfung an der Fachschule für Gartenbau in Quedlinburg ab. Am Institut für Obstbau der Humboldt-Universität in Potsdam Marquardt betreut er Versuchsreihen für die Entwicklung des Obstbaus in der DDR. In Eisleben arbeitet Winfried Brauer als Lehrausbilder. Später ist er im Landsberg-Saalekreis beim Straßenobstbau eingesetzt, doch diese Idee aus Berlin erweist sich als Flop und wird von der Parteiführung schließlich stillschweigend begraben. Nun erfolgt überleitend sein Einsatz beim Beratungsdienst der Wirtschaftsvereinigung Obst Gemüse Speisekartoffeln. Die Fortsetzung der Qualifizierung zum Diplomwirtschaftler für Gartenbau erfolgt im Fernstudium an der Fachschule für Gartenbau in Werder. Im VEB Saat-und Pflanzgut Halle überwacht er die vorgegebenen Plankennziffern, Pflanzgutbereitstellung (Obstgehölze, Erdbeerpflanzen) als Bilanzorgan der VVB Saat- und Pflanzgut Quedlinburg, die vertraglich gebunden sind für die vorgesehenen Obstanbaubetriebe des Kooperationsverbandes Halle-Saale-Obst. Seine Tätigkeit erweitert sich auf die Intensivierung der Obstgehölz-, Bienen- und Erdbeerpflanzenproduktion, sowie die Erweiterung des Hopfenanbaus der vorhandenen Betriebe im eigenen Bezirk, einschließlich der Importregulierung und Abnahme von Pflanzgut aus Importländern. Später geht er zum Umweltschutz in die Filmfabrik Wolfen. Die Stadt Wolfen übernimmt ihn Anfang 1990 als Amtsleiter für Grünflächen. Er gibt diese Tätigkeit später auf, weil die neuen Chefs nicht viel von Fachkompetenz halten und er sich nicht so einbringen kann, wie es seiner Qualifikation entspricht. Waldtraud Brauer beobachtet seit Jahrzehnten intensiv die Natur als ehrenamtlicher Mitarbeiter des deutschen Wetterdienstes und wurde 2014 für ihre Leistungen mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Gerade ab 1990 sind Waldtraud und Winfried Brauer viel auf Reisen gewesen und haben ihre Erlebnisse in zahlreichen Fotografien festgehalten.
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