MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christine und Hans-Joachim Boyde
„Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch Gut gewonnen“ (Martin Luther)
Kindergärtnerin
Musikerzieher, Chorleiter
Badergasse 3
04758 Oschatz
Fon: 0341 / 1494974
Die musikalische Begabung der Vorfahren, ihre eigene Freude an der Musik haben Christine und Hans-Joachim Boyde an andere Menschen weitergeben können, aber ebenso ihren drei Kindern Amadeus, Andreas und Konstanze vermitteln können, Sohn Andreas ist ein international anerkannter Pianist. Gelegentlich tritt er sogar im familiären Oschatz auf, manchmal müssen sie jedoch nach London fahren, um ihn hören zu können.
Als Christine Taubert kam sie 1937 in Mügeln zur Welt, wo sie die Schule bis zur 8. Klasse besuchte. Nach dem frühen Tod der Eltern wurde eine Oma in Oschatz zur wichtigen Bezugsperson. Bei der Konsum-Genossenschaft lernte sie Verkäuferin (1951/53), wirkte danach auch als Lehrausbilderin. Ab 1958 besuchte sie die Henriette-Goldschmidt-Schule für Kindergärtnerinnen in Leipzig Nach dem Staatsexamen wurde sie schnell Leiterin von Kindergärten in den umliegenden Dörfern, später in Oschatz selbst. Dann wurde sie von der Lebenshilfe für behinderte Menschen geworben, fand hier über viele Jahre ihre Aufgabe, absolvierte eine berufsbegleitende Zusatzausbildung als Musiktherapeutin. Ab 1997 berentet, kümmerte sie sich noch zehn Jahre an der Musikschule um die musikalische Früherziehung. Heute singt sie mit den Senioren, engagiert sich in der Volkssolidarität. Seit 1964 ist sie mit Hans-Joachim Boyde verheiratet, mit dem sie inzwischen goldene Jahre verbringen darf. Er wurde 1936 in Delitzsch geboren. In seiner Heimatstadt legte er das Abitur ab. Das Studium der Pädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin galt den Fächern Musikerziehung und Geografie. Doch die Musik besaß den stärkeren Bann, die Musik Bachs (sein Lieblingskomponist), Mozarts, Beethovens ertastete er nicht nur mit den pianistischen Fingern, sondern durchdrang sein Herz. Nach zehn Jahren als Lehrer an der Erweiterten Oberschule Oschatz (1960/70) wechselte er an die örtliche Musikschule (1970/2002), konnte sich nun ganz darauf konzentrieren, seine Liebe zur Musik an die Schülerschaft zu übertragen. Zusätzlich erwarb er die Lehrbefähigung für Musiktheorie und Gehörbildung an der Hochschule für Musik Dresden. Daneben wirkte er als Chorleiter, schrieb für seine Chöre eigene Liedsätze und hatte Erfolge mit dem Postchor und vor allem dem Oschatzer Männerchor, den er nun schon über vierzig Jahre leitet. Sein Einsatz wurde u. a. mit dem Heimatpreis für Kultur 2007 der Region Torgau / Oschatz gewürdigt.