MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Klaus Braun

Wenn ein Drahtseilakt doch noch gelingt

Klaus Braun

Dipl.-Chemiker
Professor-Wilhelm-Ring 12
01445 Radebeul
Fon: 0351 / 8305117

Als Chemiestudenten der gleichen Universität kannten sich Eva und Klaus Braun schon seit längerem. Lieben lernten sie sich allerdings erst 1960. Um von einem Wohnungsringtausch profitieren zu können, heiratete das Paar schon 1961. 1962 wurde Tochter Karin geboren und drei Jahre später erblickte Sohn Matthias das Licht der Welt. Ihre berufliche Entwicklung verloren die Eheleute jedoch nicht aus den Augen und über viele Jahrzehnte genossen sie ein bereicherndes Berufs- wie Familienleben. Geboren wurde Eva Braun am 21.12.1933 in Mellenbach. Ihr Vater, der leider im Krieg fiel, führte einen eigenen Handwerksbetrieb, dessen Leitung später die Mutter übernahm. Somit galt sie als Kapitalistenkind und ihre Studienbewerbung nach abgelegtem Abitur wurde abgelehnt. 1952 gelang ihr der Drahtseilakt doch. Der Slogan: „Chemie bringt Wohlstand!“ und die damit verbundene vermehrte Aufnahme abgelehnter Studienbewerber ermöglichte ihr das Chemiestudium an der Universität Jena. Nach 2 ½ Jahren wurde ihr aufgrund einer Studienreform wiederum als Tochter einer Geschäftsfrau das Stipendium gestrichen. Mit Wochenendarbeit, u. a. Straßenbahnschaffnerin, hielt sie sich über Wasser. Erst als der Betrieb der Mutter einer Produktionsgenossenschaft angegliedert wurde, gewährte man ihr wieder Stipendium. Das Studium verlief überaus intensiv, zog sich dadurch in die Länge und konnte 1960 beendet werden. Einen Arbeitsplatz fand Eva Braun am Arzneimittelwerk in Dresden. Klaus Braun, am 11.04.1932 in Grabsleben geboren, wuchs bis Kriegsbeginn in ländlicher Gemütlichkeit auf. 1938 eingeschult, wechselte er 1946 an die Oberschule nach Gotha, legte 1950 das Abitur ab, nahm sein Chemiestudium in Jena auf und beendete es acht Jahre später. Noch bis 1960 als Assistent eingesetzt, wechselte er ebenfalls ans Arzneimittelwerk. Das Jahr 1961 läutete ein persönliches wie familiäres Desaster ein. Mit seinem Parteiaustritt durfte Klaus Braun seine begonnen Doktorarbeit nicht mehr beenden, was nicht nur für die Kinder, sondern für das gesamte Leben dramatische Folgen hatte. Doch Brauns standen für diesen Schritt ein, entwickelten sich dennoch weiter und erkannten schon 1985 mit feinem Gespür erste Ausläufer von Veränderungen. 1990, beide Eheleute waren Abteilungsleiter, kam es zur deutschen Vereinigung. 1992, nach Schließung einiger Betriebsteile und Entlassung schmerzte die Seele. Unterkriegen ließen sich Brauns nicht, zogen sich heraus aus dem Loch, genießen heute ihre harmonische Familie sowie unterschiedliche Hobbys und hoffen, dass alles friedlich bleibt – oder in der Welt wird.
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