MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Klaus-Dieter Rähmer

Größter Wunsch: 100 Jahre bei Gesundheit

Klaus-Dieter Rähmer

Holunderweg 50
06849 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 8581843

Am 05.08.1937 in Dessau geboren, erinnert sich Klaus-Dieter Rähmer noch daran wie er seinen Vater 1945 das letzte mal sah: Es war schon Feindalarm, die Amis standen vor den Toren der Stadt. Der Vater als Funker auf dem Polizeirevier kam heim, gab seinen drei Kindern je eine Rolle Drops (ein Geschenk von Adolf Hitler für die Kinder), kehrte zurück ins Revier mit der Absicht der Waffenübergabe – er wollte nicht als Feigling gelten. Zurückgekehrt ist er nie wieder. Der gelernte Kaufmann (Eltern hatten Lebensmittelgeschäft) starb mit 41 Jahren im Gefangenenlager. Drei Kinder (Klaus-Dieter und die Brüder Paul-Joachim, Schriftsteller, geb, 17.04.1933, gest. 28.04.1990 und Hans-Karl, Dipl.-Ing., geb. 13.09.1941) verloren ihren Vater, die Mutter ihren Mann. Klaus-Dieter Rähmer besuchte acht Jahre die Schule, wollte Tischler werden. Beim VEB ABUS Dessau erhielt er eine Lehrstelle, wurde Holzmodellbauer. Ein Jahr blieb er im Betrieb (Monatslohn 245 Mark), wechselte 1955 in eine Tischlerei nach Köthen. Die Arbeitsbedingungen waren schlecht (z. B. Wassereimer statt Waschraum), die Aussicht auf die Aufnahme eines Studiums an der Fachschule Leipzig mit einer entsprechenden Äußerung (später als staatsfeindlich bezeichnet) vergeben. Das Angebot mit einer Verpflichtung zur Armee „diesen Makel“ zu beheben und doch studieren zu können schlug er aus. 1957 hatte er seine Renate (Technische Zeichnerin, verstorben 2012) geheiratet, Sohn Detlef (Holzmodellbauer, verstorben 2014) wurde im gleichen Jahr geboren. Jung verheiratet und wegen der Weigerung zur Armee zu gehen als Hilfsarbeiter geplant, verließ er den Betrieb, nahm am 01.03.1958 die Tätigkeit in der privaten Firma Krüger in Roßlau auf. Fünf Monat später gelang ihm der Einstieg im VEB Modell- und Formenbau Dessau. Hier blieb er bis zur Wende 35 Jahre lang tätig. In dieser Zeit absolvierte er einen Meisterlehrgang zum Meister der volkseigenen Industrie (1965–1967) auf der Abendschule, bekam weiterführende Ausbildungen / Studienmöglichkeiten angeboten. Doch die Familie war indessen angewachsen, um die Söhne Thomas (geb. 22.06.1964, Holzmodellbauer, Dipl.-Ing. Gießerei-Technik) und später Guido (geb. 26.04.1970, Werkzeugmacher, Meister, Dipl.-Ing.) und die damit verbundenen Aufgaben und Pflichten reicher geworden. Nach der Arbeit die freie Zeit statt mit der Familie auf der Schulbank zu verbringen kam für Klaus-Dieter Rähmer nicht in Frage. Die Wende und Strukturänderungen im Betrieb führten ab 01.01.1993 zur Schließung der Tischlerei und Kurzarbeit für Klaus-Dieter Rähmer. Bereits wenige Monate später fand er mittels Annonce eine neue Stelle, bildete bis zum Renteneintritt Lehrlinge im Tischlerhandwerk aus. Dass er auch später oft noch gerufen wurde – wenn Not am Mann war – freute ihn, seine Frau und die Familienkasse, konnte man sich doch so noch Reisen leisten. Besondere Tragik war der Tod seiner Frau auf dem Rückflug von Teneriffa im Jahr 2012. Alleine und doch nicht alleine ist er, wie er berichtet, denn es gibt Bekannte und Verwandte. 30 Jahre war er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr (Oberlöschmeister), hat sein Haus zur DDR-Zeit gebaut, als Baumaterial zu erhalten noch viel mit Beziehungen zu tun hatte und Bauen sowieso ohne gegenseitige Hilfe nicht möglich war. Aus dieser Zeit stammt sein Bestreben aus allem etwas zu machen, Ordnung zu halten, zu reparieren statt zu entsorgen. Sein Vorbild ist sein Großvater Friedrich, die Großeltern gemeinsam haben die Vaterlosen Jungen von Anbeginn an unterstützt. Nun ist er mittlerweile selbst Opa von vier Enkeln und vier Urenkeln und gibt eigene Erfahrungen und Erlebnisse weiter.
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