MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ingrid Räder

Die Dankbarkeit der Kinder

Ingrid Räder

Textilfacharbeiterin
Erzieherin
Ebertstr. 10
09326 Geringswalde

Wenn ihr im Ort Kinder, die einst ihrer Obhut anvertraut waren, oder auch deren Eltern begegnen, noch immer wird Ingrid Räder gegrüßt, angesprochen, spürt sie die Dankbarkeit. Dies gibt ihr die Gewissheit, mit dem seinerzeitigen Wechsel in den Erziehungsbereich den richtigen Schritt gemacht zu haben. Geboren wurde sie als Ingrid Schwill 1937 im ostpreußischen Rautenburg. Sie wuchs mit einem jüngeren Bruder auf, musste nun bald erleben, dass der Krieg massiv in die Familie eingriff. Ihr Vater, Berufssoldat, fiel 1943, im November 1944 wurden sie evakuiert, harte Zeiten vor allem für ihre Mutter brachen an, weitgehend gelang es dieser, dass die Kinder die Schwere weniger zu spüren bekamen. Per Zug kamen sie ins Mittelsächsische, wurden von einer Bauernfamilie in Dittmannsdorf aufgenommen. Die Bedingungen waren hart, das Holz zum Heizen mussten die Geschwister selbst im Wald sammeln. Die ersten vier Schuljahre verbrachte die junge Ingrid in der örtlichen Schule, von der 5. bis zur 8. Klasse besuchte sie die Schule im nahen Geringswalde. Im Schulchor wie im örtlichen Kirchenchor hatte sie Freude am Singen. In der Mittweidaer Spinnerei wurde sie zur Textilfacharbeiterin ausgebildet, arbeitete dann mehrere Jahre bis zur Familiengründung im Textilwerk Hartha. Als 1962 Sohn Steffen geboren wurde, blieb sie vier Jahre zu Hause, dann wurde sie als Hortnerin für die nachunterrichtliche Betreuung des Nachwuchses in der Geringswalder Schule geworben. Sie gewann Freude an dieser Aufgabe und konnte durch ein Fernstudium in Rochlitz die Grundlage legen, um anerkannt und mit berufsspezifischen Auszeichnungen bedacht in diesem Metier lange Jahre zu wirken. Vielfach wurde sie auch als Unterrichtsvertretung eingesetzt. Im selben Jahr 1992 wie ihr Mann Heinz, der als Härter in der Werkzeugmaschinenfabrik im Drei-Schicht-Betrieb tätig war, ging sie in den Vorruhestand. Dankbar ist Ingrid Räder für die über fünfzig überaus glücklichen Jahre mit ihrem Heinz, der leider 2015 verstarb. Die beiden Söhne, zu Steffen kam noch 1972 sein Bruder Mathias, erweiterten die Familie um drei Enkelkinder und das erste Urenkelkind. Im familiären Zusammenhalt mit Kindern und Enkeln findet Ingrid Räder bis heute ihre innere Freude. Beim regelmäßigen Rentnertreff freut sie sich am Austausch mit ihren Altersgenossen. Zeitungen ohne Rätselspaß fände sie langweilig.
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