MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ursula Rzodeczko

Mit 85 Jahren malt sie noch immer

Ursula Rzodeczko
Malerin

Pillnitzer Str. 34/800
01069 Dresden
Fon: 0351 / 4423168

„Die Kunst ist die stärkste Form von Individualismus, welche die Welt kennt.“ Oscar Wilde und Ursula Rzodeczko, geboren am 09.03.1929 in Großpeterwitz/Niederschlesien, könnten bei diesen Worten miteinander verschmelzen. Denn: Nichts ist individueller als ihre Kunst. Die Malerin fand den eigenen, unverkennbaren Stil, wobei sie das Nuancieren mit dunklen Tönen bis zur Perfektion beherrscht und Spannung erzeugt. Meist allerdings sind ihre Bilder farbenfroh, voller Lebensfreude und laden ein zum Verweilen. Mit 85 Jahren ist sie noch immer im Atelier tätig und erklärt dazu mit ihrem charakteristischen Lächeln: „Bei Malern ist das so. Sie arbeiten bis zum Schluss.“ Aufgewachsen unter Verzicht, fanden sie sowie ihre Schwester Edith schon frühzeitig persönlichen Reichtum in der Welt der Malerei, was die Mutter zu einer scherzhaften Äußerung veranlasste: „Ich weiß nicht, was ich für Kinder habe. Unentwegt malen sie.“ Ursula Rzodeczko wurde 1935 eingeschult, besuchte ab 1939 die Mittelschule und nutzte jegliche Angebote. So lernte sie u. a. Englisch, Französisch und Stenografie. Auf der Flucht ins Sudetenland war der Himmel vom Krieg rot gefärbt. Umgesiedelt nach Calbe/Saale begann sie im Gelatinewerk, an welchem eines Tages Studenten warben, ebenfalls zu studiern. Dies ließ sie sich nicht zweimal sagen. Sie besuchte die Vorstudienanstalt, legte 1949 das Abitur ab und begann bei Professor Felixmüller an der Martin-Luther-Universität Halle ein Studium für Kunsterziehung. 1951 nahm sie an der Hochschule für Bildende Künste Dresden ihr Studium der Malerei auf, erhielt das Diplom 1956 und widmete sich an gleicher Hochschule Lehrtätigkeit in den Abteilungen Kunsterziehung und Abendstudium. In musterhafter Karriere gehörte Ursula Rzodeczko seit 1979 der Meisterklasse von Professor Gerhard Kettner für Malerei und Grafik an, war von 1983/89 Dozentin für Malerei und erhielt 1989 den Martin-Andersen-Nexö Kunstpreis der Stadt Dresden. Ihre Studenten waren begeistert von ihr und behaupteten: „Sie sind die einzige Lehrerin, mit der wir sprechen können.“ Hatte jemand Kummer, lud sie ihn des Nachmittags in ihr Atelier ein und es wurde lange geredet. Personalausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen sind nicht mehr zählbar. Ihre Werke sind in ganz Deutschland sowie im Ausland zu bestaunen, so u. a. in der Ermitage in St. Petersburg oder in der Galerie Gekkoso in Japan. Und eines ist klar. Malen wird Ursula Rzodeczko bis zum letzten Atemzuge.
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