MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Irmgard Rödig
Schwere eigene Kindheit, gute Zeiten für ihre Schützlinge
Kindergärtnerin
Wallgraben 20
04668 Grimma
Fon: 03437/ 911324
Im ostpreußischen Gut Menken 1937 zur Welt gekommen, begann die Jüngste von sechs Geschwistern noch mit dem Schulbesuch in Sergitten. Die Familie versuchte vor der nahenden Roten Armee zu fliehen. Auf dem Leiterwagen konnte nur das Nötigste mitgenommen werden. Ein Bruder und der Großvater überlebten den Einmarsch der Sowjetarmee nicht. Aus Ostpreußen wurde ein Teil Russlands (Kaliningrader/ Königsberger Gebiet). In verschiedenen Kolchosen, zuletzt im Gut Maiken galt es zu arbeiten, 1948 wurde die Familie ausgesiedelt, kam über das Flüchtlingslager im sächsischen Löbau in den Kreis Grimma, wo sie in Kleinbardau zwei kleine Zimmer mit Strohsäcken zugewiesen bekam. Mutter und Geschwister arbeiteten beim Bauern, Irmgard Rödig konnte im Dezember 1948 wieder die Schule besuchen. Ab 1953 absolvierte sie die Henriette-Goldschmidt-Schule in Leipzig, wo sie zur Kindergärtnerin ausgebildet wurde. Nach dem Staatsexamen 1956 nach Tribsees (Kreis Stralsund) verpflichtet, konnte sie nach einem Jahr, da die Mutter ihrer Pflege bedurfte, zurück nach Sachsen wechseln, wo die Familie inzwischen in Grimma ansässig geworden war. Im nahen Grethen war sie bis zur Geburt der Tochter Kerstin 1967 als Gruppenleiterin bzw. Kindergartenleiterin tätig, blieb dann erst einmal zu Hause. 1969 wurde der Kindergarten am Steingarten in Grimma ihre nächste berufliche Station, 1974 wechselte sie zum Kindergarten in Grimma-West. In vielen Jahren als Gruppenerzieherin waren ihrem verantwortungsvollen Wirken ganze Generationen des Nachwuchses anvertraut, eine Aufgabe, der sie mit Liebe und Engagement, mit Einfühlungsvermögen und Sorgsamkeit nachkam. 1996 schied sie aus dem Berufsleben, seit 1997 bezieht sie Altersrente.
Als im Jahr 2002 das Hochwasser der Mulde Grimma heimsuchte, erlebte sie die Vorteile familiären und nachbarschaftlichen Zusammenhaltes. Durch das große Grundstück mit Garten geht ihr auch heute die Arbeit nicht aus. Mit ihrem Mann Lothar, der aus dem Vogtland stammt und als Bautischler gearbeitet hat (und selbstverständlich auch viel Kraft und Zeit ins eigene Heim investiert hat), geht sie seit über 56 Jahren den gemeinsamen Weg (Heirat 1958). Enkeltochter und zwei Urenkel bereichern ihr Glück. Reisen führten das Ehepaar in den letzten Jahren bis nach Nordamerika (USA, Mexiko, Karibik) und ans Mittelmeer (Tunesien, Türkei, Mallorca).