MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gabriela und Joachim Räder

„Sage nie, das kann ich nicht“

Gabriela und Joachim Räder

09306 Rochlitz OT Noßwitz

So lautet das Lebensmotto von Gabriela und Joachim Räder. Sie haben bereits als junge Menschen gelernt, schwierige Situationen zu meistern und zu improvisieren. Gabriela Räder wächst in Königsfeld auf, im Jahr 1979 heiratet sie ihren Mann und zieht ein Jahr später zu ihm nach Noßwitz. In Königsfeld verlebt sie eine unbeschwerte Kindheit mit zwei älteren Geschwistern und blickt gern auf ihre Kindheit und Jugend in der DDR zurück. Die heutige Gesellschaft empfindet sie als eine Diktatur des Ellenbogens. Joachim Räder wächst in Nosswitz auf lernt in den ersten drei Jahren noch die so genannte „Zwergschule“ kennen, bei der drei Klassen in einem Raum unterrichtet werden. Anschließend geht er in Rochlitz in eine moderne Schule. Nach der 8. Klasse beginnt Joachim Räder eine Maurerlehre beim Betriebsteil Rochlitz des Baukombinates für Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft Karl-Marx-Stadt. Die Lehrlinge arbeiten in eigenen Brigaden und tragen schon während der Ausbildung Verantwortung für eigene Projekte. Joachim Räder ist der Meinung, dass das heutige Schulsystem den Anforderungen der modernen Arbeitswelt in keiner Weise mehr gewachsen ist, während das duale Ausbildungssystem für ihn nach wie vor Weltspitze ist. Seinen Wehrdienst leistet er von 1974 und 1977 in Weißkeißel und Stallberg ab, er wird als Unteroffizier entlassen. Er arbeitet bis 1995 in seinem Ausbildungsbetrieb, oft ist viel Einfallsreichtum gefragt, um die anstehenden Arbeitsaufgaben meistern zu können. Ab 1995 ist Joachim Räder in verschiedenen Firmen als Maurer und Kraftfahrer tätig und derzeit bei der thüringischen Firma Ruploh angestellt. Die gelernte Verkäuferin Gabriela Räder erinnert sich ebenfalls an eine sehr gute und fundierte Ausbildung. Sie durchläuft alle Stationen und qualifiziert sich später zur Verkaufsstellenleiterin. „Heute weiß das Verkaufspersonal oft nicht mal mehr, wo die Ware steht“, beschreibt sie die heutigen Verhältnisse. Nach der Insolvenz bleibt sie optimistisch: „Gegessen und gekauft wird immer“. Bis heute hat sie stets wieder Arbeit in verschiedenen Geschäften gefunden. Der 1981 geborene Sohn Dennis bekommt nach erheblichen Anlaufschwierigkeiten eine Lehrstelle und arbeitet heute als Verfahrensmechaniker für Baustoffe. Gabriela und Joachim Räder feiern gern mit ihren Angehörigen und fördern so den Zusammenhalt in der Familie. Inzwischen sind sie auch stolze Großeltern. Sie leben sehr gern in ihrer Region und schätzen deren Naturschönheiten. Im Kiez beteiligen sie sich an der Vorbereitung und Durchführung der Straßenfeste, und können sich über die Langwierigkeit und Kompliziertheit von behördlichen Vorgängen sehr ärgern, die so manches Vorhaben zum Scheitern verurteilen. Vor allem über einen Gewinn im Lotto würden sie sich sehr freuen.
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