MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Silvia Rzepus
„Alles, was zu waschen ist, machen wir...“
Inhaberin Wäscherei Wendt
Friedhofstr. 26
06803 Greppin
Fon: 03493 / 42164
Mutter Simone Rzepus verließ einst das Elternhaus in Greppin, um nach dem Abitur ein Studium zum Agraringenieur zu absolvieren und fand die erste Arbeitsstelle in einer Schweinezuchtanlage in Nordhausen. Tochter Silvia Rzepus, geboren 1978 in dieser Stadt, besuchte die Schule bis zur 10. Klasse und suchte verzweifelt nach einer Lehrstelle. Als eine Bewerbung nach der anderen abgelehnt wurde, schaltete sich die couragierte Oma Erika Wendt ein. „Dann komm doch zu mir....“, forderte sie das junge Mädchen auf und meinte damit den Einstieg in die von ihr 1991 gegründete Wäscherei in Greppin. Alles hatte sie bisher aus eigener Kraft geschafft. Aus der Idee der ehemaligen Verkaufsstellenleiterin war mit Umbau des Hauses in Eigeninitiative und mit Hilfe von Vertragspartner Miele ein florierendes Unternehmen gewachsen. Indessen hatte sie nur noch 10 Jahre bis zum Renteneintritt zu arbeiten und mit dem Einstieg der Enkeltochter eröffnete sich die Chance die Wäscherei danach als Familienunternehmen fortzuführen. Drei Jahre ließ sich Silvia Rzepus zur Textilreinigerin ausbilden (1996–1999). Bereits im Jahr 2000 übernahm sie die Wäscherei in eigene Verantwortung, betreibt sie heute mit Mutter Simone als Angestellter. Die Zusammenarbeit zwischen Mutter und Tochter funktioniert gut. Alleine hätte Silvia Rzepus die Wäscherei nicht betreiben können, eine zweite Arbeitskraft war unabdingbar. Mutter Simone hatte die Arbeit als Agraringenieur lange verloren und nach einer Umschulung zur Bankkauffrau auch nur temporär innerhalb einer Förderungsmaßnahme Beschäftigung erhalten. So kam es zur Bildung des „Dream-Teams“ Tochter und Mutter. Was von der Arbeit abhält, ist die ständige Zunahme von Nachweispflicht und Kontrollen. Finanzamt, Zoll und Rentenversicherung geben sich die Klinke in die Hand. Obwohl Silvia Rzepus nur eine kleine Firma führ, haben alle Überprüfungen Ordnungsmäßigkeit bewiesen. Private Haushalte, Gastronomen, Arztpraxen, Physiotherapien, Autohäuser sind heute Kunden der Wäscherei. Die Werbung erfolgt vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Ausgleich zum Beruf bieten Garten, Freunde und Tiere. Vater Rzepus ist nach wie vor engagierter Brieftaubenzüchter, der heute noch als Maurer in Thüringen arbeitet, in Zukunft jedoch wieder ständig bei seiner Familie in Greppin sein wird. Denn einen gleichen Wunsch haben die beiden Frauen: Noch lange zusammen sein!