MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner und Edda Ruttmann

Vom Bergbau zum Modellbau

Werner und Edda Ruttmann

Oberingenieur
Laborantin
Hauptstr. 1 c
06792 Sandersdorf
Fon: 03493 / 88536

Die schlesische Heimat, Werner Ruttmann wurde 1940 in Ohlau geboren, musste die Familie 1945 verlassen, kam im Frühjahr 1946 in die Gegend um Bitterfeld und fand in Zscherndorf ihr neues Zuhause. Hier besuchte er die Schule bis zur 8. Klasse. In der Freizeit standen zu allen Jahreszeiten Betätigungen aller Art, wie Floß fahren, baden, Schlittschuhlaufen in den vielen Gruben, neugierig auf dem Bauernhof umsehen u. ä., auf dem Programm. Zweieinhalb Jahre dauerte die Schlosserlehre in der „Grube“– später VEB BKK Bitterfeld. Als Drittbester konnte er die Lehre beenden. Erlernte Fähigkeiten nützen heute noch. Zwei Jahre verpflichtete er sich zur Armee und war als Sankrafahrer eingesetzt. Anschließend war er als Weichenschlosser tätig. Es folgte eine dreijährige Ausbildung an der Bergingenieurschule Senftenberg. Mit den Kommilitonen des Abschlussjahrgangs 1965 trifft sich Werner Ruttmann noch heute regelmäßig. Zurück im Bitterfelder Revier durchlief der junge Bergingenieur die verschiedensten Bereiche des Kombinates, wurde dann im Tagebau Goitzsche als Ingenieur für stationäre Gleisanlagen eingesetzt. 1977 wurde aus dieser Funktion: Abschnittsleiter für stationäre Gleisanlagen Tagebau Goitzsche. Nun war er nicht nur für Gleisanlagen verantwortlich, sondern auch für ca. 100 unterstellte Mitarbeiter. Nebenberuflich gehörte zudem die fachliche Ausbildung der jungen Menschen, aber auch der Menschen, welche kontrolliert in Bitterfeld untergebracht waren, zu seiner Tätigkeit. 1993 erhielt er, ohnehin gesundheitlich angeschlagen, die Kündigung. 1996 ging er in den vorzeitigen Ruhestand. Jetzt hatte er Zeit, um nicht nur dem Verein Bitterfelder Bergleute e. V. beizutreten, sondern seine geschickten Hände – seit langem im Drechseln geübt – nutzbringend einzusetzen. Nicht nur die private Modelleisenbahn (die ehemalige Kohlefernbahn), die den Enkel erfreut, sondern eine ganze Revierlandschaft mit Tagebaugroßgeräten und Transportanlagen, die der ganzen Enkelgeneration einstiges technisches Wissen vermitteln kann (zumal sie diese an Schaltern und Hebeln zum Leben erwecken darf) ist entstanden. Seit 1964 ist Frau Edda, geboren in Sandersdorf und Jahrgang 1944, an seiner Seite. Ihr einstiges Elternhaus wurde zum gemeinsamen Domizil. Frau Edda verlor früh ihre Eltern, fand als Laborantin im Chemiekombinat Bitterfeld ihre erfüllende Aufgabe, die sie über lange Jahre ausüben konnte. Seit 2004 ist auch sie Rentnerin. Wenn Freizeit war, gab es meist Beschäftigung in der Bastelwerkstatt, wurden Handarbeiten gefertigt und sich dem großen Garten gewidmet. Die 1965 geborene Tochter Heike, Enkel Philipp ergänzen das Familienbild.
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