MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Carola Ruppelt
Handarbeiten als Hobby und Beruf
Facharbeiterin für Textiltechnik
Selbstständig mit Spinn- und Strickstube
Dorfstr. 4
09326 Geringswalde OT Dittmannsdorf
Fon: 037382 / 81524
Carola Ruppelt, geb. Kertscher, kam am 20.06.1959 in Altenburg zur Welt und verlebte als Älteste von vier Geschwistern eine unbeschwerte Kindheit im mittelsächsischen Langenleuba-Oberhain. „Wir waren fast immer draußen in der Natur“, erinnert sie sich. „Mein Vater hat in der Landwirtschaft im Stall gearbeitet, meine Mutter war viele Jahre bei der Bahn und später in der Textilbranche tätig.“ Von 1966–1974 besuchte Carola die Schule ihrer Heimatstadt, bevor sie eine Lehre als Facharbeiterin für Textiltechnik bei VEB ALWO Amerika, einem Gemeindeteil der Stadt Penig, absolvierte. „Wir haben dort Wolle hergestellt, vom Rohmaterial angefangen“, erzählt sie. „Bis 1978 habe ich hier, in meinem erlernten Beruf, gearbeitet.“ Nach der Geburt ihrer ersten Tochter Mandy zog Carola Ruppelt 1979 nach Rochlitz und war bis 1984 als Beiköchin in der örtlichen Kindergrippe tätig. Nachdem mit Tochter Sandy 1981 das zweite Kind geboren wurde, war Carola bis 1990 für den Betrieb „Sebnitzer Kunstblumen“ in Heimarbeit tätig. 1986 heiratete Carola zum zweiten Mal und übernahm mit ihrer Familie 1992 das Haus ihrer Großeltern in Dittmannsdorf. Im selben Jahr kam Sohn Maik zur Welt. „Ich bin sehr stolz auf unsere Patchworkfamilie, zu der auch Peter (*1981), der Sohn meines Mannes, und fast sieben Enkel gehören“, erzählt Carola Ruppelt, die zwischenzeitlich einige Zeit bei REWE in Geringswalde als Verkäuferin arbeitete. Aufgrund gesundheitlicher Probleme musste sie sich allerdings beruflich umorientieren. „Während dieser Zeit habe ich das Spinnen, ganz traditionell mit dem Spinnrad, erlernt. Es war immer ein Traum von mir, dieses Handwerk zu beherrschen“, verrät sie. Aus der Arbeitslosigkeit heraus gründete Carola dann 2003 eine ICH-AG. „Ich hatte nun drei Jahre Zeit, mir meinen kleinen Laden aufzubauen, kaufte Wolle, machte meine Erfahrungen mit verschiedenen Materialien und Firmen und bin mittlerweile seit 13 Jahren selbstständig. Ich habe Handarbeitsprojekttage an Schulen durchgeführt, verkaufe meine Waren einmal monatlich im Kloster Buch auf dem Bauernmarkt und freue mich über einen stetig wachsenden Kundenstamm. Am beliebtesten sind Babysachen, dicke Socken und Hüttenschuhe“, schmunzelt sie. Parallel engagiert sich die gesellige Carola im Heimat- und Kulturverein Dittmannsdorf-Aitzendorf und dem sächsischen Landfrauenverband. Sie ist glücklich darüber, dass sie es geschafft hat, ihr Hobby Handarbeiten, das sie auch zu ihren persönlichen Stärken zählt, beruflich ausüben zu können. Den Ausgleich zu ihrer Arbeit im Laden findet Carola Ruppelt innerhalb der Familie und ihrem Freundes- und Bekanntenkreis. „Ich wünsche mir, dass ich meine kleine Existenz bei bester Gesundheit und guten Geschäften noch lange fortführen kann.“