MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Walter Ruzanski

Gesundheit avancierte zum höchsten Gut

Walter Ruzanski

Fleischer i. R.
Petersrodaer Str. 23
06809 Roitzsch
Fon: 034954 / 22023

Walter Ruzanski erblickte das Licht der Welt am 21.08.1937 in Roitzsch. Nach achtjähriger Schulbildung empfahl ihm der Vater, sich dem gleichen Beruf zu widmen, den auch er erlernt hatte. Somit absolvierte der Sohn über die Konsumgenossenschaft Bitterfeld seine dreijährige Fleischerlehre bei der Fleischerei Holzweißig und stieg 1954 ins Berufsleben ein. Jahrzehnte war er beim Konsum beschäftigt, bis seine Einrichtung zwei Jahre nach der deutschen Vereinigung von einem großen Handelsunternehmen übernommen wurde. Nach Schließung des Geschäftes fand Walter Ruzanski neue Beschäftigung bei einer anderen Fleischerei. Ehefrau Christa hatte er 1961 geheiratet. Die gelernte Verkäuferin arbeitete ebenfalls beim Konsum und kam ihren Aufgaben als Sachbearbeiterin im Büro nach. Nachdem sie schwer erkrankte, pflegte Walter Ruzanski seine Frau fünf Jahre lang, stellte den Antrag auf Vorruhestandsregelung und schenkte die gewonnene Zeit seiner Frau. 1996 verstarb Christa Ruzanski. Bis dahin erlebte sie allerdings noch die Verschönerung des Heimes. Das Haus, welches schon Großmutter und Mutter gehörte, bekam er 1989 überschrieben. Die „50“ hatte er selbst schon überschritten, stürzte sich dennoch in eine heiße Bauphase, sanierte, rekonstruierte und renovierte und erschuf ein schönes Zuhause. Noch immer ist er froh, allen Herausforderungen gewachsen gewesen zu sein. Nach mehrfachen gesundheitlichen Problemen gelang es ihm nur langsam, sich wieder zu stabilisieren. Somit avancierte Gesundheit zum höchsten Gut, welches er pflegt. Heute geht Walter Ruzanski den Alltag ruhiger an, was ihn nicht davor schützte, einen zweiten Schicksalsschlag akzeptieren zu müssen. Nochmals waren ihm mit seiner Lebensgefährtin – einer früheren Kollegin, welche ebenfalls den Namen Christa trug – 10 wunderbare Jahre vergönnt. Schöne Stunden verbrachte das Paar u. a. auf Christas Dauerzeltplatz in einem Wohnwagen. Doch auch diese Frau wurde ihm genommen. Geblieben ist ihm seine Familie. Sohn Olaf ist gelernter Instandhaltungsmechaniker, Tochter Heike wurde wie die Mama Sachbearbeiterin und ist bei einem Baumarkt beschäftigt. Walter Ruzanski hat zwei Enkel sowie ein Urenkelkind. In seiner Jugend spielte er Fußball und wurde später im Schrebergarten und mit Kleintieren glücklich. Nach allen Bürden, die ihm auferlegt waren, betrachtet er heute Leute, welche am Ende ihres Lebensweges keinem Leidensdruck ausgesetzt sind, als Menschen, die das große Los gezogen haben. Walter Ruzanski hofft sehr, einst auch an der richtigen Stelle in die Lostrommel greifen zu dürfen.
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