MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Petra Rübartsch
Aus den Höhen und Tiefen des Lebens lernen
Chemiefacharbeiterin
Selbstständige Floristin
Waldstr. 150
09244 Lichtenau OT Niederlichtenau
Petra Rübartsch wird 1953 in Gotha geboren und verbringt ihre Kindheit in Haina. Der Vater ist Maschinenschlosser, die Mutter führt den Haushalt und zieht die drei Kinder groß. Sie selbst will als Kind unbedingt Fallschirmspringerin oder Schlagersängerin werden, ohne singen zu können. Petra Rübartsch verlebt eine normale Kindheit auf dem Dorf, wo sie sich viel im Wald aufhält und als „die Älteste“ zu Hause zur Pflege der Tiere herangezogen wird. Deren „Kinder“ fährt sie oft in ihrem Kinderwagen durch das Dorf und es gibt jedes Mal viel Aufregung, wenn ihre Lieblinge geschlachtet werden. Die Schule besucht Petra Rübartsch in den zehn Jahren an verschiedenen Orten. Sie erinnert sich heute noch mit einem Schmunzeln daran, wie sie die Jungs verprügelt hat, wenn diese sie ärgern wollten. Nach der Schule folgt eine zweijährige Lehre als Chemiefacharbeiterin bei Jenapharm in Gotha. Hier ist Petra Rübartsch zehn Jahre lang beschäftigt und bildet zum Schluss selbst Lehrlinge aus. Bei einem Lehrgang der Zivilverteidigung (ZV) lernt sie ihren späteren Mann Manfred kennen, doch es dauert sieben Jahre, bis man sich 1980 auf dem Standesamt schließlich das Ja-Wort gibt. Manfred Rübartsch ist Oberstleutnant und leitet die Bezirksschule der ZV. Im Jahr der Hochzeit wird der Sohn Renè geboren, dieser ist heute selbstständiger Handwerker und lebt in einer Partnerschaft.
Heute lebt Petra Rübartsch im Elternhaus ihres Mannes, zu dem beim Einzug eine Rosengärtnerei gehört, die sie 1987 übernehmen muss, doch der Schwiegervater nimmt sein gesamtes Wissen mit ins Grab. Ab 1990 bricht das Geschäft völlig ein, erst in den Jahren danach erfolgt wieder eine gewisse Stabilisierung. Dazu kommt, dass die Heizkosten für 1000 Quadratmeter Fläche nicht mehr zu tragen sind, so dass im Winter der Schnee nicht mehr abtaut und dadurch die Scheiben zerstört werden. Petra Rübartsch meldet die Gärtnerei ab und beschränkt sich in den Jahren bis 2014 auf den Kauf und Verkauf von Rosen. Trotzdem ist sie stolz darauf, dass sie seinerzeit den Mut zur Selbstständigkeit aufgebracht hat, auch wenn sie diesen Schritt zu diesen Bedingungen nicht noch einmal wiederholen würde. „Die Blumen kommen heute fast alle nur noch aus dem Ausland, die Gärtnereien in der Region sind alle weg“, erzählt sie. Petra Rübartsch ist glücklich darüber, dass sie noch so fit, munter und gesund ist. Sie lebt sehr gern in ihrer Region, ein Wegzug würde für sie einen tiefen Einschnitt bedeuten. Bis heute hält sich Petra Rübartsch gern in der Natur auf, sie verbringt viel Zeit mit den Kindern, die jede Woche zu ihr kommen. Sie würde gern mehr wissen und vor allem eine Fremdsprache beherrschen.