MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. Dr. med. habil. Waldemar Rumler
Die Kindergesundheit als Lebensziel
Facharzt für Kinderheilkunde
06119 Halle
Das Leben von Waldemar Rumler hätte an vielen Stellen anders verlaufen können – und doch führte es ihn zielstrebig zu seiner Berufung, der Kinderheilkunde. Geboren wurde er am 06.02.1929 in Arnau, Böhmen. Er besuchte dort das Gymnasium und wäre wahrscheinlich in die Wirtschaft gegangen, doch die Flucht 1945 kam dazwischen. Die Familie landete in der Nähe von Schönebeck, wo Rumler wegen Typhus stationär behandelt werden musste. Zwei sudetendeutsche Ärzte erkannten sein medizinisches Interesse und boten ihm einen Job im Krankenhaus an. In den folgenden zweieinhalb Jahren erfüllte er die unterschiedlichsten Aufgaben, von der Verwaltung bis zum Sezieren Verstorbener. Als er von der Möglichkeit hörte, an der Universität Halle das Abitur erwerben und anschließend Medizin studieren zu können, bewarb er sich sofort. In zwei Jahren absolvierte er das Abitur, danach studierte er von 1949-55 Medizin. Dank seiner praktischen Vorkenntnisse erzielte er sehr gute Studienergebnisse. Die Promotion an der Kinderklinik in den letzten Studiensemestern entfachte sein tiefes Interesse für diesen Fachbereich. Nach der Pflichtassistentenzeit am Kreiskrankenhaus Luckau und einem weiteren Jahr im Landambulatorium Golßen kehrte er zurück an die Kinderklinik der Universität Halle und absolvierte dort seine Ausbildung zum Facharzt für Kinderheilkunde. Er heiratete 1958 und wurde Vater. Wissenschaftlich beschäftigte er sich vor allem mit pharmakologischen Fragestellungen, auch im Rahmen seiner Habilitation 1968. Daneben war er als Arzt sehr gefordert. Viele Ärzte wanderten nach Westdeutschland aus, die Aufgabenbereiche der bleibenden wuchsen stetig. Auch Rumler hat sehr viel gearbeitet, war neben der Säuglingsstation noch für die Kinderradiologie verantwortlich, wurde Oberarzt – und hat sich eine hohe Souveränität in der Kinderheilkunde, insbesondere der Neonatologie, angeeignet. Er war Gründungsmitglied und von 1971-90 als Schatzmeister im Vorstand der Gesellschaft für perinatale Medizin. Sogar in der Krankenhausplanung wurde er tätig, als Mitglied der Arbeitsgruppe, die mit der Baukoordinierung des Krankenhauses Halle-Kröllwitz betraut war. 1974 übernahm er dort die Leitung der Pädiatrie. Als sein bisheriger Vorgesetzter in den Ruhestand ging, wurde der zum Professor berufene Rumler Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderheilkunde an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er bekleidete dieses Amt bis 1995. Er nahm an dem Weltkongressen für Chemotherapie in Kyoto, Wien, Istanbul und Jerusalem teil. Wie im Beruf war Rumler auch privat auf gute Zwischenmenschlichkeit fokussiert. Seine freie Zeit verbringt er heute gerne in seinem großen Freundeskreis und mit seiner neuen Partnerin. Er liest viel und beschäftigt sich mit bildender Kunst.