MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Marion Rudolph

Ein erfülltes und schönes Berufsleben

Marion Rudolph

Industriekauffrau und Disponentin
Gasse 7
09249 Taura OT Köthensdorf

Marion Rudolph wird 1939 in Chemnitz geboren und verlebt ihre Kindheit in Köthensdorf. Der Vater kehrt 1948 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück und muss im selben Jahr erleben, wie die Schwester von Marion, an einer Pilzvergiftung stirbt. Die beiden Mädchen wollen dem durch die Gefangenschaft völlig ausgehungerten Mann eine kräftige Mahlzeit vorsetzen und übersehen beim Sammeln einen hochgiftigen Pilz. Die Mutter kann den Verlust nur sehr schwer überwinden, im Jahr 1950 wird der Bruder geboren, er soll über diesen Schlag hinweghelfen. Im Jahr 1953 verlässt Marion Rudolph nach acht Jahren die Schule, der Vater nimmt sie kurz entschlossen an die Hand und führt sie zu „Doppel-Moppel“, ein Geschäft für Kinderbekleidung für Kinder bis zu 14 Jahren. Dort absolviert die Tochter eine dreijährige Ausbildung zur Industriekauffrau, in Burgstädt besucht sie in der gleichen Zeit die Berufsschule, um sich die theoretischen Kenntnisse anzueignen. Der Vater ist wegen seiner Exaktheit bis heute für sie ein Vorbild geblieben. Marion Rudolph hat ihr gesamtes Berufsleben bei „Doppel-Moppel“ als Disponentin gearbeitet. Rund 75 Prozent der Produktion gehen in die Sowjetunion. Im Jahr 1981 heiratet sie ihren zweiten Mann Horst, den sie einst als jungen Neulehrer kennengelernt hat, er stirbt 2012. Aus der ersten Ehe stammt ihre 1961 geborene Tochter Eva und die 1966 geborenen Zwillingsschwestern Sabine und Evelyn. Eva ist auch Kauffrau, hat zwei Töchter und ist heute Invalidenrentnerin. Sabine und Evelyn sind jeweils die Mütter eines Sohnes. Evelyn ist in der Metallbranche tätig, Sabine arbeitet als Physiotherapeutin. Im Jahr 1990 wird der Betrieb „Doppel-Moppel“ abgewickelt, Marion Rudolph ist nun für die Stoffproduktion verantwortlich, wechselt später in den Versand und geht 1999 zu ihrem Geburtstag in Rente. Gerade ihr Berufsleben gehört für Marion Rudolph wie für viele Menschen aus der DDR zur schönsten Zeit im Leben. „Niemand brauchte Angst um seine Existenz zu haben, das Betriebsklima war gut“, erinnert sich Marion Rudolph. Wie ihr Vater schätzt sie Exaktheit und Genauigkeit. Sie blickt vor allem mit Stolz auf ihre Familie und lebt sehr gern in der Region. Sie hält sich vor allem mit der Arbeit im Garten fit, den sie einst von den Eltern geerbt hat und den sie bewusst als Familientradition weiter leben lässt. „Hätte ich schon früher gewusst, dass mir Gartenarbeit so viel Spaß macht, wäre ich Gärtnerin geworden“, scherzt sie. Heute hat sich Marion Rudolph mit einer Freundin zusammen getan, mit der sie ihrer Reiselust frönen kann, gemeinsam macht es eben mehr Spaß.
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