MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Studienrätin Gudrun Runschke
Empathie, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Organisationstalent, Begeisterungsfähigkeit und mehr
Vorsitzende
Interessenvereinigung Jugendarbeit und Jugendweihe e. V.
Regionalverband Wittenberg
Franz-Liszt-Str. 16
06886 Lutherstadt Wittenberg
Fon: 03491 / 403450
Die Wurzeln der Jugendweihe gehen auf eine Initiative des Pfarrers Eduard Baltzer zurück. Sein Bruch mit der Amtskirche führte dazu, dass er 1852 eine außerkirchliche Feier für junge Menschen organisierte, die er „Jugendweihe“ nannte. Diese Tradition erlebte im Wandel der Zeiten gesellschaftliche Unauffälligkeit als Randerscheinung, Verbot durch die NSDAP und nach dem Krieg Wiederaufnahme in unterschiedlicher Kultur. In der DDR zum sozialistischem Fest geworden, war die Jugendweihe der Übergang vom Kind- zum Erwachsensein und wurde mit Jugendstunden vorbereitet. Um die gute Tradition regional zu erhalten, kam es 1990 zur Gründung der Interessenvereinigung für humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe e. V., Landesverband Magdeburg und am 20.05.1992 zur Gründung des Regionalverbandes Wittenberg. Gudrun Runschke war Gründungsmitglied des Vereins, ist heute Vorsitzende des Regionalverbandes und hat sich verdient gemacht für die Fortführung der Jungendweihe nach der Wende. Ebenso, wie Jens Krause als ihr Stellvertreter, Margot Franke und Marlis Wessollek als Geschäftstellenleiterin und Angela Fröchling, die 2014 diese Aufgabe übernommen hat. Gudrun Runschke ist es ein Bedürfnis, Jugendlichen an der Schwelle zum Erwachsenwerden Werte zu vermitteln. 1949 geboren, haben sie die Jahre an der Kinder- und Jugendsportschule (Hochspringerin) geprägt. Nach der 10. Klasse studierte sie am Institut für Lehrerbildung, schloss als Grundschullehrerin für die Fächer Sport und Deutsch ab. Mit 20 Jahren sehr junge Lehrerin einer Schule in Zahna, wurde sie bereits mit 25 Jahren – auf Grund ihrer hervorragenden Arbeit – schon stellvertretende Direktorin derselben. Zielstrebig und erfolgsorientiert, wie der Sport sie prägte, setzte sie ihren Weg fort. 29 Jahre war sie, als sie Referentin für außerschulische Tätigkeit bei der Kreisverwaltung wurde, zuständig für die Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen. 1988 wurde sie Kreisturnrätin, eine Stelle, die es nach der Wende nicht mehr gab. 1990 “verzichtete man“ ganz auf ihre Mitarbeit und damit auf fundierte Erfahrungen und selbstloses Engagement für Kinder und Jugendliche. Für sie bedeutete das ab 1991 Neuorientierung, die sie mit einem Zusatzstudium zur Sozialpädagogin begann. Die anschließende Arbeit als Seminarleiterin für einen westdeutschen Bildungsträger führte sie in verschiedenste Regionen, bis hin zum Einsatz in der Schweiz. 1994 wechselte sie deshalb zum BBZ (Berufsbildungszentrum „Elbe“) Wittenberg (Ausbildung von Jugendlichen, Erwachsenenqualifizierung, Deutsch als Fremdsprache) und 2004 zum Internationalen Bund, unterrichtete bis 2008 Legastheniker. Die Arbeit im Verein, Haus und Garten, Sport und Lesen und das Zusammensein im großen Freundeskreis waren immer Ausgleich zum Beruf und sind heute Lebensinhalt neben dem Wichtigsten – der Familie. Ehemann Klaus (Polizist, Rentner), die Kinder Daniela (geb. 1972), Kay (geb. 1974) und die drei Enkel bescheren die glücklichsten Momente.
Seit 2011 in Rente, arbeitet Gudrun Runschke heute mit ganzer Kraft für den Verein. 30 Mitglieder hat dieser aktuell. Und im Jahr 2013/2014 wurden innerhalb von 18 Jugendweihefeiern 714 Jugendliche in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Die 29 offenen Jugendveranstaltungen umfassten Kultur, Sport, Bildungsreisen und soziale Projekte und wurden von 763 Jugendlichen genutzt. „Jugendweihe kann man nur machen, wen man mit allem dahinter steht“, sagt Angela Fröchling und Gudrun Runschke will sich auch weiter mit Ideen und Engagement dafür einbringen.