MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Roswitha und Friedrich Runge

„Selbst ist der Mann, pardon, die Frau!“

Roswitha und Friedrich Runge
Schriftsetzer und Berufskraftfahrer

Kuglerstraße 7
06618 Naumburg

Ein glücklich verheiratetes Ehepaar macht alles gemeinsam, durchlebt Freud und Leid ist sehr stolz auf alles aus eigener Kraft Erschaffene. Besondere Vorliebe gilt dem Bereisen fremder Länder, zuletzt ging’s nach Irland, wobei es sich Roswitha Runge, geboren am 17.02.1941 in Rathewitz, nicht nehmen lässt, Hunderte von Fotos zu schießen, ein Album zu gestalten und bei einem gemütlichen Glas Rotwein gemeinsam mit Ehemann Friedrich alle Eindrücke noch einmal Revue passieren zu lassen. Schon als Kind fasziniert von Büchern, erlernte sie den Beruf der Schriftsetzerin und nach mehreren Weiterbildungen der Maschinensetzerin. Einfach war die Arbeit nicht. Aus einzelnen Buchstaben einer Bleilegierung musste Wort für Wort, Zeile für Zeile und Seite für Seite in Spiegelschrift erstellt werden. Ähnlich einem Baukasten, standen für verschiedene Schriftarten diverse Kästchen zur Verfügung. Angeordnet nach Häufigkeit, war den Vokalen besondere Bedeutung beigemessen. War eine Seite fertiggestellt, kam selbige auf eine Abziehpresse. Die farbgeschwängerte Gummiwalze rollte übers Papier, wurde vom Korrektor kontrolliert und erst, wenn er sein Wohlwollen kund tat, konnte gedruckt werden. Späterer Maschinensatz bedeutete eine große Erleichterung, 1991 eingeführter Lichtsatz schuf nochmalige Verbesserung. Mit Einführung der Computer wurde Frau Runges gutes, altes Handwerk überflüssig. Sie liebte ihre abwechslungsreiche Arbeit und erzählt traurig, wie schwer es ist, damit fertig zu werden, wenn die Arbeitskraft nicht mehr gebraucht wird. Ehemann Friedrich, 1934 in Wussow/Pommern geboren, arbeitete bei einem Kleinbauern in der Landwirtschaft, wechselte als Traktor- und Raupenfahrer zum Wohnungsbau Halle, qualifizierte sich zum Berufskraftfahrer und fuhr bis 1991 für seinen Betrieb große LKWs. In der Landwirtschaft ist das Paar jedoch bis heute anzutreffen und unterstützt Herrn Runges Bruder nach besten Kräften. Eigener Kindersegen blieb leider versagt, doch geben sich Nichten und Neffen die Klinke in die Hand. Eine besonders enge Beziehung entwickelte sich zu Andreas, der sich momentan seinem Studium zum Wirtschaftsingenieur widmet und den ganzen Stolz verkörpert. Bei allem, was das Leben ihnen abverlangte, blieben sie ihrer Maxime: „Selbst ist der Mann!“ – oder die Frau – bis heute treu, und der größte Wunsch bleibt – Gesundheit für die ganze Familie.
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