MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Lieselotte Ruddat

Familienglück

Lieselotte Ruddat

Bäckerin, Verkäuferin
Auenstr. 8 a
04651 Bad Lausick

Die große Familie, zu der drei Söhne, sechs Enkel und schon drei Urenkel gehören ist die ganze Freude von Lieselotte Ruddat, die selbst als Älteste von drei Geschwistern mit Bruder und Schwester aufwuchs. Geboren wurde sie 1932 als Lieselotte Kamprad in Mobendorf, einem mittelsächsischen Ort nahe der Großen Striegis. Hier besaß der Vater eine eigene Bäckerei. Der Bäckermeister übernahm 1936 eine Backstube in Bad Lausick, doch musste der Laden geschlossen werden, als er zum Kriegsdienst eingezogen war. Die junge Lieselotte besuchte von 1938 bis 1946 die Schule von Bad Lausick, war im Handball aktiv und erfreute sich am Schwimmen. Als der Vater wiederkam, konnte sie bei ihm eine Bäckerlehre aufnehmen, besuchte dazu die Berufsschule in Borna und schloss nach drei Jahren ab. Mehrere Jahre arbeitete sie in der Firma des Vaters mit, doch die Familiengründung setzte eine Zäsur. 1956 hatte sie ihren Mann Siegfried geheiratet, beim Tanz hatten sie sich kennengelernt. Als die Kinder schnell hintereinander geboren wurden, 1957 kam Sohn Lutz zur Welt, 1958 folgte Sohn Ulf, 1960 Sohn Uwe, blieb sie zu Hause, arbeitete danach wenige Jahre in der Endkontrolle der örtlichen Schuhfabrik und begann dann bei der Staatlichen Handelsorganisation (HO) in einem Laden für Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs. 1972 konnte sie noch einen Abschluss als Verkäuferin erwerben und blieb dem HO-Laden, in dem sie zeitweise auch als stellvertretende Verkaufsstellenleiterin eingesetzt war, bis zum Jahr 1990 treu. Dann erhielt sie als eine der ersten die Kündigung, war traurig, denn sie fühlte sich nicht mehr gebraucht. Mit 58 Jahren ging sie mit Altersübergangsregelung in die ruhigere Phase des Lebens, die so ruhig nicht war, denn Kinder, dann Enkel und Urenkel forderten ihre Aufmerksamkeit. In den letzten Jahren vor seinem Tod 2016 bedurfte zudem ihr Mann ihrer intensiven Pflege. Siegfried Ruddat, Partner einer sechzigjährigen Ehe, stammte aus einer ostpreußischen Flüchtlingsfamilie und war als Schlosser und Kraftfahrer tätig, zuletzt im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) in Engelsdorf. Seine Leidenschaft galt der Jagd, über lange Jahre intensiv betrieben, so dass er öfter, als es Frau Lieselotte lieb sein konnte, abwesend war, doch war immer genug Wildbret in der Vorratskammer des 1960 mit viel eigener Hände Arbeit von dem Ehepaar Ruddat erbauten Hauses. Sie selbst liebte ebenfalls die Natur, vor allem die Blumen im Garten. Die Entwicklung der drei Söhne, alle haben in technischen Berufen ihren Diplom-Abschluss machen können, gehört dazu, wenn Lieselotte Ruddat mit Stolz auf erfüllte Jahre zurückblicken darf.
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