MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christel und Klaus Rudolph

Seine Bühne wurde das Klassenzimmer

Christel und Klaus Rudolph

Ärzitn
Gymnasiallehrer
Vorsitzender Förderverein „Technisches Denkmal Alte Gerberei“ e. V.
99885 Ohrdruf

Im thüringischen Ohrdruf, wo er 1941 geboren wurde, absolvierte Klaus Rudolph die ersten Schuljahre. Erfolge in der Laienspielgruppe führten zum Wunschberuf Schauspieler. So folgte die Arnoldi-Schule in Gotha, wo er 1959 das Abitur ablegte. Für zwei Jahre verpflichtete er sich bei der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA). Auch hier gab es etwas, was sich zwar nicht Theater, sondern Agitprop-Gruppe (Agitation und Propaganda) nannte. Ein halbes Jahr schnupperte er als Beleuchter am Erfurter Theater schon mal Bühnenluft, dann begann im Januar 1962 sein Studium an der Theaterhochschule in Leipzig. Nur überstand er das Probejahr nicht. Da arbeitete er ein halbes Jahr beim VEB Verlade- und Transportanlagen (VTA) Leipzig als Rangierer im Dreischichtbetrieb, engagierte sich in der betrieblichen Laienspielgruppe. Im September 1963 startete er mit dem Studium an der damaligen Karl-Marx-Universität Leipzig seine pädagogische Laufbahn. Nach vier Jahren legte er das Staatsexamen ab und war nun Lehrer für Deutsch und Geographie. Wie seine ebenfalls aus Ohrdruf stammende Frau (Heirat 1963) kehrte er nach dem Studium in seine Heimatstadt zurück. Dort unterrichtete er an der Schule, an der er einst selbst als Grundschüler die harten Bänke gedrückt hatte. 1983 wurde eine neue Schule gebaut, an die er wechselte und an der er zum stellvertretenden Schulleiter befördert wurde. Aus der Polytechnischen Oberschule wurde mit dem Übergang des Schulrechts von der DDR zum Freistaat Thüringen ein Gymnasium, doch wirkte er zehn Monate erst mal im Schulamt und kehrte, da ihm die Bürotätigkeit denn doch nicht so lag, dann wieder als Lehrer zurück. Die Evaluierung bestätigte, dass seine Qualifikationen ausreichend waren, um als Gymnasiallehrer bis zum Ruhestand 2004 zu unterrichten. Die Liebe zum Theater war geblieben und wurde verantwortlich wahrgenommen, wenn er die Besuche seiner Schüler an den Weimarer Bühnen organisierte. Kommunalpolitisch engagierte sich das einstige Mitglied der Nationaldemokratischen Partei (NDPD) in der Stadtverordnetenversammlung und als örtlicher Vorsitzender der Nationalen Front zu DDR-Zeiten. Als Vorsitzender kümmert er sich heute um den 2003 gegründeten Förderverein „Technisches Denkmal Alte Gerberei“ e. V. und das zugehörige Museum. Seine Frau Christel hatte nach dem Abitur ein Medizinstudium aufgenommen, nach zwei Jahren in Bukarest das Physikum abgelegt und die Ausbildung in Leipzig fortgesetzt. Nach dem Pflichtjahr arbeitete sie in der Allgemeinmedizinischen Ambulanz am Ohrdrufer Krankenhaus. 1991 machte sie sich mit eigener Praxis selbständig, war bis zum Jahr 2005 für ihre Patienten im Einsatz. Das Leben der Familie Rudolph ergänzen die Kinder Susanne (1964 geboren), Peter (1965) und Sabine (1966) sowie sechs Enkelkinder.
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