MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ehrenfried Rudolph

„Es ist wenig, was man zur Seligkeit braucht“ (Friedrich von Schiller)

Ehrenfried Rudolph

Stellmacher, Tischler
Verkäuferin , Landwirtin
Alte Dorfstr. 8
09669 Frankenberg OT Hausdorf
Fon: 037206 / 70728

In der Gemeinde Ottendorf wurde Ehrenfried Rudolph 1932 geboren. Er erzählt: Ca. 3500 Einwohner lebten damals dort. Während seiner Schulzeit (1939–1947) waren viele Berliner Kinder in seiner Klasse – wegen der Kriegsereignisse (Bombenangriffe) auf das Land verschickt. Viele Jahre bestanden noch die Kontakte zu Mitschülern. Doch bei der Jubel-Konfirmation waren sie nur noch zu viert und jetzt sind sie noch drei. Die Zeit hat ihren Tribut gefordert.... Bereits schon als Kind musste der junge Lothar seinen Großvater in der Landwirtschaft unterstützen. Als es um seine eigene berufliche Entwicklung ging, riet die Mutter jedoch zu einer Stellmacherlehre. Die absolvierte er dann auch drei Jahre lang. „Die mussten damals alles machen. Mein Lehrmeister hat auch geböttchert und andere handwerkliche Arbeiten ausgeführt“, berichtet Lothar Rudolph. Und davon wegen dieser Vielfältigkeit viel handwerkliches Können erlernt zu haben. Er selbst lernte später noch einen zweiten Beruf, wurde Tischler und arbeitete in der LPG Hausdorf. „Wir haben nur Weißmöbel gemacht, Fichte verarbeitet, die weiß angestrichen wurde, wie z. B. Fenster, Türen, was alles so in der Landwirtschaft gebraucht wurde....“ erzählt er weiter. Für den Beruf Stellmacher gab es zu der Zeit keine Verwendung mehr, begründet er diesen Berufswechsel. In der MTS (Maschinen-Traktoren-Station) konnten die Bauern indessen die benötigten Maschinen und Traktoren ausleihen. Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte wurden nicht mehr aus Holz hergestellt. Bis zur Wende blieb Ehrenfried Rudolph in der LPG tätig. Die folgende Auflösung führte für ihn direkt in den Ruhestand. Seit 1955 ist er mit seiner Frau Irmgard (geb. 1935, Landwirtin, Verkäuferin) verheiratet. Die gemeinsamen Kinder Angelika (Sekretärin) und Steffen (Tischler) wurden geboren und sorgten später für vier Enkelkinder. Dass Sohn Steffen heute den Beruf des Vaters in eigener Selbstständigkeit weiterführt macht ihn stolz. Tochter Angelika wohnt mit im Haus. „Da habe ich noch selbst an- und ausgebaut!“ berichtet Ehrenfried Rudolph. „Das Haus haben wir als Ruine übernommen, alles nach und nach selbst geschaffen und uns immer an den Rat des Schwiegervaters gehalten: Mach nie mehr als wofür du Geld hast. Wenn dich die Bank in den Händen hat, bist du verloren.“ Bis vor zwei Jahren hat Ehrenfried Rudolph selbst noch eine kleine Landwirtschaft betrieben, eine Mutterkuh gehabt, Schweine gefüttert. Dann wurde es ihm zu viel und die Kinder hatten kein Interesse an der Weiterführung. So ist das Leben eben, die Zeiten ändern sich und er ist nun an einem Punkt angelangt, wo er gerne sich gerne zurück erinnert und mit dem Heute vergleicht.
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