MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rolf Roßberg
„Wer will fleißige Handwerker seh’n…“
Maler
Kadorfer Str. 34 c
04741 Roßwein
Sein ganzes Leben wurde die Tätigkeit als Maler prägend für Rolf Roßberg. Auch als er im Jahr 2004 in den Ruhestand wechselte, blieb genug Unruhestand, um mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten hier und da zur Hand zu sein. Geboren wurde er 1943 in Roßwein, doch wuchs er im Roßweiner Viertel Kadorf auf, wo die Eltern Landwirtschaft betrieben. Das gab auch viel Arbeit für die vier Kinder, von denen Rolf Roßberg der Vorletzte war. Jeder hatte altersgemäß seine Aufgaben in Feld und Stall und die beiden großen Schwestern im Haushalt. Rolf Roßberg besuchte die Geschwister-Scholl-Schule in Roßwein bis zum Abschluss der 8. Klasse 1958. Drei Jahre dauerte seine Malerlehre, absolviert beim Meister Förster, dem er menschlich wie handwerklich viel verdankt. Der junge Geselle blieb der Firma treu, die hauptsächlich Wohnungen malerte und tapezierte, im Winter stets im örtlichen Krankenhaus eingesetzt war. Zu DDR-Zeiten wurde auch viel nach Feierabend und an den Wochenenden gearbeitet, erst dadurch wurde das ansonsten karge Einkommen entscheidend aufgebessert. Als Meister Förster 1989 aus Altersgründen den Betrieb aufgab, vermittelte er den handwerklich sehr versierten Rolf Roßberg an den Kollegen in Naußlitz. In der Firma Senftleben, später in Döbeln ansässig, blieb Rolf Roßberg bis zum Rentenbeginn, musste jedoch – die DDR-Mangel- und Beziehungswirtschaft war 1990 Geschichte – wieder viel lernen, dann nun gab es eine wesentliche größere Palette von Farben, Materialien, Techniken. Nun gehörten auch Fassaden, Fußböden, Wärmedämmung und gelegentlich Trockenbauarbeiten zum Arbeitsgebiet. Auch räumlich wurden neue Dimensionen in Angriff genommen, Einsätze in den sächsischen Großstädten kamen dazu. Ebenso gehörten Überstunden – nun regulär angeordnet und gut bezahlt – zu den Pflichten in der Firma, die aus bescheidenen Anfängen, wie sie Rolf Roßberg noch erlebt hatte, bis auf achtundzwanzig Mitarbeiter angewachsen war.
Seit der Heirat im Jahr 1970 stand Frau Johanna an seiner Seite. Sie hatte zuerst bei der Staatlichen Handelsorganisation (HO) als Verkäuferin gearbeitet, später in der Molkerei ihr Tätigkeitsfeld gefunden. Seit ihrem Tod im Jahr 2006 blieben der 1970 geborene Sohn Mike und die beiden Enkel als Familienbezugspunkt für Rolf Roßberg. Heute kümmert er sich um den Garten mit ertragreicher Streuobstwiese und geht immer noch regelmäßig im Freundeskreis zum Bowling. Lange Jahre, von 1965 bis 1980, hatte er aktiv gekegelt, war in der Bezirksklasse, ein Jahr sogar in der Bezirksliga eingesetzt.