MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Johannes Ruckdeschel

Viel bewegt und sehr beweglich – positive Ergebnisse eigener Arbeit

Johannes Ruckdeschel

Drosselweg 29
06849 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 8581620

Johannes Ruckdeschel lebt heute in dem Haus, in welchem er 1936 geboren wurde. Seine 1942 begonnene Schulzeit – von kriegsbedingter Unterbrechung 1945 und der Wissensvermittlung durch ältere, erfahrene Alt- und vor allem einige junge Neulehrer geprägt – endete 1955 mit dem Abitur am Philanthropinum Dessau. Da der Vater – musikalisch vorbelastet – für den Sohn eine solche Laufbahn vorsah, hatte er ab dem siebentem Lebensjahr Klavierunterricht zunächst Violin-, später bei Kirchenmusikdirektor Ackermann Klavier- (und Orgel-) unterricht, verbunden mit allen für ein Studium notwendigen musiktheoretischen Fächern. Doch das Interesse des jungen Johannes galt mehr der Technik und praktischen Tätigkeiten. Er entschied deshalb selbst, auch aus inzwischen gewonnenen politischen Überzeugungen (u. a. Remilitarisierungsbeschluss der Bundesregierung), ein Studium an der Fliegertechnischen Schule in Kamenz (damals noch KVP, ab 1956 NVA) aufzunehmen, das er 1958 als Flugzeugtechniker – später Ingenieur – für Triebwerk / Zelle mit dem Dienstgrad Unterleutnant abschloss. 1960 heiratete er seine erste Frau Karin, drei gemeinsame Kinder (1962 Ines, 1964 Heiko, 1970 Beate) bereicherten bald das Familienleben. Auf mehreren Flugplätzen – immer der Versetzungsbereitschaft unterliegend – tat er seinen Dienst. Mit einem Fernstudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena qualifizierte er sich zusätzlich um Ingenieur für Betriebsmess-Steuerungs- und Regelungstechnik. Im Jahr 1974 verließ er die Armee auf eigenen Wunsch als Hauptmann der Reserve. Die Gründe waren: Mutter verstorben, Vater krank, deshalb Übernahme des elterlichen Grundstücks durch Verzicht der Schwestern (1976), vorgesehenes Studium an der Militärakademie Moskau, was eine längere Trennung von der Familie bedeutet hätte und keine Möglichkeit einer Versetzung nach Dessau. Beim anschließenden Direktstudium an der Pädagogischen Hochschule Halle zum Diplom-Lehrer für Polytechnik lernte er seine spätere Frau Beate (Studium Dipl.-Lehrer Mathematik / Physik) als Geigerin in der Kammermusikgruppe kennen. Die gemeinsame Tochter Tabea (1979), von Kindheit an sprachlich und künstlerisch begabt, lebt heute nach Dipl.-Studium (Dänisch / Englisch) und Heirat in Dänemark, betreibt mit ihrem Mann eine Ferienhausvermietung und ist nebenbei schriftstellerisch (Romane u. a.) tätig. Nach Scheidung der 1. Ehe 1976 und einem Jahr als Lehrer (1978/79) wohnte er mit einem Anfangsgehalt von 650 DDR-Mark in einer selbst ausgebauten Dachwohnung in Halle. Die sozialen Bedingungen verbessern zu wollen, ließ er sich 1980 als Operativer Offizier der Abteilung Zivilverteidigung des Kreises Bitterfeld reaktivieren. Ende 1981 heiratete er seine 2. Ehefrau Beate, zog Ende 1982 in das eigene Wohnhaus der Eltern nach Dessau um. Der gemeinsame Sohn Tony (1983) lebt inzwischen in Leipzig und betreibt einen Bio-Laden. Nach Versetzung Mitte 1985 in den Kreis Gräfenhainichen und nach Absolvierung einer Weiterbildung an der zentralen ZV-Schule bei Moskau 1987 wurde er beim Stab der ZV in Dessau eingesetzt. Im Juli wurde er – nur wenige Monate vor der Wende – als Oberstleutnant in das Zivilleben entlassen. Danach fand er trotz seiner Qualifikationen keine Arbeit und ging 1990 in die Selbstständigkeit. Er gründete die „Mechanische Werkstatt Johannes Ruckdeschel“ und arbeitete als Einzelhandwerker bis 2002 vor allem auf dem Fachgebiet Heizung / Sanitär. Heute ist der Rentner mit Haus und Garten beschäftigt. Das Interesse für Wissenschaft und Technik ist erhalten geblieben, das Klavierspiel weiterhin Lieblingsbeschäftigung und die Leidenschaft für Musik wird mittels Konzertanrecht ausgelebt. In DIE LINKE organisiert, ist Johannes Ruckdeschel politisch aktiv und seinen Überzeugungen treu geblieben. Ehrlichkeit ist für ihn Selbstverständlichkeit und unbedingte Notwendigkeit und die Treffen der früheren Abiturklasse des Philanthropinums sind zur Traditionspflege geworden. Dass die Kinder und die inzwischen sieben Enkel noch einmal eine gerechtere Gesellschaftsordnung erleben ist sein Traum und seine Hoffnung.
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