MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gisela und Gisbert Rotsch

Kinder, Enkel und Urenkel sind der Stolz der Familie

Gisela und Gisbert Rotsch

Elektroinstallateurin, Lehrerin i. R.
Schlosser, Brigadier i. R.
Flurstr. 5
04779 Wermsdorf OT Calbitz

Gisela Rotsch wurde am 02.10.1934 in Leipzig geboren und wuchs als Einzelkind auf. Kindheit und Jugend waren von Schreckenssituationen begleitet und die Bilder des Krieges, die sie niemals vergisst, haben sich tief eingegraben. Die Schule besuchte sie von 1941–1949, verbrachte allerdings, stark abgemagert, zu Erholungszwecken längere Zeit im böhmischen Röhrsdorf. Da die meisten Betriebe zerstört waren, begann Gisela Rotsch bei „Lacke und Farben“ eine Lehre als Chemiefacharbeiter, wollte aber nicht ihr Leben lang als Farbreiber arbeiten. Sie erhielt nach zwei Monaten das Angebot, eine Lehre zum Elektroinstallateur absolvieren zu können. In der Berufsschule war sie eines von nur zwei Mädchen der Klasse. Danach verrichtete sie in explosionsgefährdetem Betrieb ihre nicht leichte Arbeit, wechselte zur Energieversorgung und gehörte acht Jahre dem Außendienst an. Nach Hinweis eines Kollegen, welcher auf den Ausbau des Bildungswesens verwies, nutzte sie eine weitere Chance, nahm von 1961/64 ein Studium zur Unterstufenlehrerin auf, widmete sich einer fachbetonten Zusatzausbildung für Mathematik und erhielt ihre Lehrbefähigung bis Klasse acht. Fortan lehrte sie an der 43. Oberschule „Walter Ulbricht“ in Leipzig, die ihren Namen verliehen bekam, weil Walter Ulbricht diese Schule einst selbst besucht hatte. Bis über die Wende hinaus lehrte Gisela Rotsch an dieser Bildungseinrichtung und war die letzten beiden Jahre bis zur Rente am Oberschulamt beschäftigt. Gisbert Rotsch, am 22.01.1933 in Friedeberg am Queis geboren, hatte im Gegensatz zu seiner Frau 10 Geschwister. 1946 vertrieben, lebte die Familie eine Zeitlang in Rückmarsdorf bei Leipzig in Baracken. Später absolvierte er bei „Lacke und Farben“ eine Schlosserlehre und natürlich lernte sich das Paar dort kennen und lieben. Kurz nach Lehrende wechselte er zum Polytechnischen Maschinenbau und arbeitete kurz bei Unruh & Liebig. Danach verbrachte Gisbert Rotsch 40 Jahre beruflicher Tätigkeit bei Lorenz & Kirsten – eine Firma, die später verstaatlicht wurde und bis zur Wende als VEB Mechanisierung Leipzig existierte. Er arbeitete sich zum Brigadier hoch und bekleidete bis zur deutschen Vereinigung eine Meisterstelle. Die letzten Jahre unterstützte er seinen Sohn Holm in dessen eigenem Unternehmen. Nach der Hochzeit 1954 schenkten Gisela und Gisbert Rotsch drei Kindern das Leben, die einen wunderbaren Weg einschlugen. Tochter Heidrun ist im Oschatzer Erlebnisbad beschäftigt. Holm, Dipl.-Ing. für Hochbau, begab sich in die Selbstständigkeit und Bruder Hendrik wurde Dipl.-Ing. für Mikroelektronik. 60-jährig erbaute Gisbert Rotsch das schöne Eigenheim in Calbitz, doch wenn die Kinder, sechs Enkel sowie fünf Urenkel zur Visite erscheinen, wird es manchmal schon etwas eng.
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