MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Artur und Renate Royczicki

Ein Leben in Fleiß und Bodenständigkeit

Artur und Renate Royczicki

Schmottehandformer und Kraftfahrer
Malerin und Möbellackiererin
Colditzer Landstr. 32

04668 Grimma OT Großbothen

Artur Royczicki wird 1937 im schlesischen Liegnitz geboren. Der Vater, ein selbstständiger Fleischer, wird nach seiner Einberufung Generalstabskoch bei Generalfeldmarschall Paulus, die Mutter führt dessen Geschäft weiter. Mit acht Jahren muss Artur Royczicki die Vertreibung seiner Familie aus ihrer Heimat erleben, die Royczickis landen in Sachsen. Hier erlebt er mit acht Jahren den Einmarsch der US-Amerikaner mit. „Als Kind habe ich mir immer Bleisoldaten gewünscht, jetzt bekam ich echte Soldaten“, kommentiert er dieses Erlebnis. Artur Royczicki verlässt mit 15 Jahren die Schule und wird Schamottehandformer. Wegen eines Arbeitsfehlers kommt es zu Handgreiflichkeiten mit dem Meister, er wird in einen anderen Betriebsteil versetzt, der sehr mit Feinstaub belastet ist. Um eine Staublunge zu vermeiden, wechselt Artur Royczicki den Beruf und geht in den Kraftverkehr. Zunächst lenkt er einen Kipper, später einen Volvo-Sattelzug und fährt sowohl in den Westen als auch in die Sowjetunion. Dabei macht er sehr unterschiedliche Erfahrungen. Bis 1989 ist Artur Royczicki unterwegs dann wechselt er ins Büro. Nun ist er jeden Abend zu Hause, es gibt aber auch viel Stress durch das neue Wirtschaftssystem und die damit verbundenen Umstrukturierungen. Mit den Chefs aus dem Westen zieht auch ein neuer und für die Kollegen nicht immer angenehmer Stil in die tägliche Arbeit ein. Renate Royczicki kommt 1935 zur Welt, mit ihrer Familie wohnt sie noch heute in dem Haus ihrer Eltern. Sie wächst mit acht Geschwistern auf, der Bruder stirbt mit neun Jahren. Sie erinnert sich noch gut an die nächtlichen Luftangriffe während des Krieges und die Hilfe ihrer Mutter, die Kriegsgefangenen Wasser bringt. Im Jahr 1950 verlässt sie die Schule und geht „in Stellung“. Zwei Jahre später holt sie der Onkel in seine Möbelwerkstatt und bildet sie zur Malerin und Lackiererin aus. In der Berufsschule ist sie das einzige Mädchen in der Klasse, am ersten Tag will sie sofort wieder umkehren. Renate und Artur Royczicki heiraten 1959 und ziehen fünf Kinder groß. Der Onkel stirbt zehn Jahre später. Renate Royczicki konzentriert sich nun voll auf die Erziehung der Kinder und arbeitet hin und wieder in einer PGH. Seit einem ersten Schlaganfall 1994 lebt sie von Invalidenrente. Artur und Renate Royczicki können sich über fünf Enkelkinder freuen und schätzen vor allem ehrliche und hilfsbereite Menschen. Sie sind sehr stolz auf ihre Familie und leben sehr gern in ihrer Heimatregion. Beide sind große Rätselfreunde, eine Zeitung zum Knobeln liegt in ihren Räumen immer bereit. Früher haben sie viel Gymnastik getrieben, der Mann hat es sogar einmal zur DDR-Meisterschaft im Kegeln gebracht. Heute ist ihr Haus der Lebensmittelpunkt, in dem sie ihren Lebensabend genießen.
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