MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ekkehardt Rudel

„Lebe, lebe, lebe!“

Ekkehardt Rudel

Dipl.-Bauingenieur i. R.
99096 Erfurt

Sein Alltag war nicht nur von immenser Arbeit bestimmt, auch bekleidete er zahlreiche Ehrenämter. Ehefrau Ellen sowie Tochter Sylvia sind studierte Geologinnen. Ellen Rudel gründete den Thüringer Umweltverein und Ekkehardt Rudel, geboren am 13.01.1941 in Roßbach, unterstützte seine Frau viele Jahre. Seine Kindheit und Jugend war durch Spaltung seiner Familie infolge der Teilung Deutschlands geprägt. Aufgrund politisch anderer Meinung, wurde er für bevorzugte Studienrichtungen nicht zugelassen. Er entschied sich für ein damals einzigartiges Studium mit integrierter Lehrausbildung und erhielt an der Ingenieurschule Apolda zeitgleich den Abschluss als Betonbauer wie als Baustoffingenieur. Er wurde nach dem Studium in das Betonwerk Hirschfelde verpflichtet und leitete dort das Baustofflabor. Als Student weigerte er sich, sich militärisch ausbilden zu lassen. Nun kam er um die Wehrpflicht nicht mehr herum. Anschließend zog er zu seiner Frau Ellen nach Erfurt, war im Betonwerk des VEB Wohnungsbaukombinats (Erfurt Stotternheimerstr.) für die Endkontrolle verantwortlich und leitete wiederum das Baustofflabor. Er spürte intuitiv, dass der Branche keine Zukunft beschieden sein würde. Ekkehardt Rudel studierte parallel am Zentralinstitut ZIS Halle, an der Hochschule für Bauwesen Leipzig und später an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften Potsdam / Babelsberg, erwarb seine Diplome und wechselte als Verantwortlicher für Endabnahmen innerbetrieblich in die Technische Kontrollorganisation. Da der Akademiker nie der Partei beitrat, musste er stets besser sein als die Anderen. Er nutze die erworbenen Kenntnisse aus den o. g. Studien und betreute fortan besondere Bauten im Stahlbeton- und Stahlbau und galt zwischenzeitlich als Koryphäe seines Faches. Als die TKO sich zur staatlichen Bauaufsicht wandelte, betreute Ekkehardt Rudel als Prüfingenieur besondere Bauwerke und war im östlichen Ausland im Einsatz. Leitungsfunktionen bekleiden durfte er nicht, doch als Kapazität der Branche gehörte er ohnedies den besser Verdienenden an. Im Frühjahr 1989 traf er Menschen, welche die DDR ablehnten, schloss sich der Führungsgruppe des „Demokratischen Aufbruch“ (DA) an, und wurde gebeten, eine politische Position zu übernehmen. Er wurde Ratsmitglied ohne Geschäftsbereich des Rates des Bezirkes und sollte aufgrund seiner Mitgliedschaft im Vorparlament, den „Politisch beratenden Ausschuss“, Strukturen eines Wirtschaftsministeriums aufbauen. Nach der Wahl im Herbst 1990 avancierte er im Wirtschaftsministerium zum Abteilungsleiter „Wirtschaftspolitik“ und fand in der CDU seine politische Heimat. Nach der zweiten Wahl agierte er als Leiter der Koordinierungsstäbe. Nach Kontroversen mit dem Minister, kehrte Ekkehardt Rudel 1998 in seine Berufslinie zurück, arbeitete in der Thüringer Staatskanzlei in der Abteilung Raumordnung und Landentwicklung und zeichnete als stellvertretender Abteilungsleiter für die Regionalentwicklung verantwortlich. Später wcchselte er in das Innenministerium. Ein unvergleichliches Berufsleben endete mit seiner Pensionierung 2006. Heute hofft Ekkehardt Rudel, dass er sein an Vielem interessiertes Leben noch lange so weiter führen kann. Immerhin lautet seine Maxime: „Lebe, lebe, lebe!“
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