MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. Helmut Rosenlöcher

Superlative

Helmut Rosenlöcher

Doktor der Chemie
Kirschweg 88
06667 Weißenfels

Für ihn sind nur Superlative zu finden – Tausendsassa, Lebenskünstler, intellektuelles Genie usw. Sein Lebenswerk lohnte sich, Folianten zu füllen und ergänzt sich bis heute. Helmut Rosenlöcher wurde am 29.07.1947 in Tagewerben als Sohn des Dorfschmiedes geboren, der seinen Filius mit Strenge und zu Arbeitsdisziplin erzog. Des Vaters Selbstständigkeit verhinderte, dass er auf direktem Weg das Abitur ablegen konnte. Um später eine Hochschulstudium aufnehmen zu können, musste er deshalb neben einer Lehre zum Chemielaboranten, das Abitur im Abendstudium an der Volkshochschule Weißenfels machen. Unmittelbar nach der Lehre und dem Abitur studierte er an der Technischen Hochschule für Chemie in Merseburg und beendete das Studium 1971 als Diplom-Chemiker. Zurück im Paraffinwerk, arbeitete er dann sechs Jahre im Forschungsbereich. Zwischenzeitlich wurde er verpflichtet für ein Jahr die Funktion des Betriebsdirektors im VEB Duroplast Taucha zu übernehmen. Anschließend war er im Paraffinwerk Webau als Leiter des chemischen Labors der Technischen Kontrollorganisation tätig. 1980 erhielt er eine außerplanmäßige Aspirantur an der Bergakademie Freiberg und verteidigte 1984 dort seine Doktorarbeit. Helmut Rosenlöcher heiratete im 3.Studienjahr seine Frau Christina. Die beiden Söhne aus dieser Ehe haben über lange Zeiträume das außergewöhnliche Engagement ihres Vaters begleitet und unterstützt. Im Paraffinwerk lernte er seine spätere Lebensgefährtin Dagmar Tretbar kennen, die als Chemie- Ingenieur im Werk tätig war. Mit ihr wagte er noch vor der politischen Wende 1989 den beruflichen Ausstieg aus der Chemiebranche, indem sie zusammen eines der ersten privaten Reisebüros in der noch DDR, die Reiseagentur R & T eröffneten. Noch während des laufenden Betriebes des Reisebüros übernahm Dr. Rosenlöcher in einer international großen Spedition die Funktion eines Geschäftsführers. Ihm war sehr daran gelegen, dass sich Investoren in seiner Heimatgemeinde Tagewerken ansiedelten, deshalb hat er neben dem Reisebüro und neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer auch noch im Rahmen eines Grundstücksmaklers mehrere Investoren in das, ebenfalls unter seiner Mitwirkung entstandene Gewerbegebiet geholt. Zu dieser Zeit leitete er im Auftrag eines Investors die Planung und Erschließung des Gewerbegebietes Tagewerken, den Bau eines neuen Transportbetonwerkes und eines Pensionsgebäudes. Nur einige Kilometer entfernt, in den Leuna-Werken wurde eine neue Erdölraffinerie gebaut. Von einem italienischen Baukonzern erhielt Dr. Rosenlöcher den Auftrag zur Unterbringung und Versorgung von mehr als 1000 Monteuren der Raffinerie. Zu diesem Zweck gründete er mit seiner Lebenspartnerin Dagmar eine neue Firma, mit der sie, unter aktiver Mithilfe seiner beiden Söhne, eine ehemalige Schuhfabrik innerhalb weniger Monate zu einem Arbeiterwohnheim für die vorwiegend ausländischen Monteure aus Italien und Portugal umbauen und betreiben mussten. Zusammen mit einem international tätigen Cateringunternehmen übernahm diese neue Firma auch noch die Versorgung der Monteure in den Arbeiterwohnheimen und auf der Baustelle. Nach Ende dieses Auftrages drängte es Dr. Rosenlöcher nach Neuem und er fand zurück zu seinen Wurzeln. Auf der Basis vieler Beteiligungen an diversen Erfindungen aus seiner früheren Tätigkeit im Paraffinwerk erfand er zusammen mit seiner Partnerin und seinen Söhnen ein neues Verfahren zur Herstellung von Betonen, welches als Patent angemeldet und auch 2007 erteilt wurde. Auf der Basis dieses neuen sogenannten Suspensionsbetonverfahrens und einer damals neuen Bautechnologie baute er mit seiner eigenen Bauträgerfirma zunächst erst in einem von ihm entwickelten neuem Wohnungsbaugebiet in seiner Heimatgemeinde Tagewerken und später in anderen Regionen mehrere Niedrigenergiehäuser. In Zusammenarbeit mit verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen und Universitäten konnte das neue Betonherstellungsverfahren unter einer Leitung immer weiter entwickelt werden, so dass jetzt die neue Betontechnologie auch international, in Brasilien, Vietnam, Österreich und nicht zuletzt in einem der modernsten Fertigteilwerke in Singapur angewendet wird. Erst eine schwere unheilbare Krankheit im Dezember 2012 zwang Dr. Rosenlöcher im Alter von 65 Jahren zumindest für die nächsten zwei Jahre kürzer zu treten. das Wichtigste für ihn war es immer gebraucht zu werden und er hofft, dass das auch in seinem letzten Lebensabschnitt so bleibt und zwar im Beruf und nicht zuletzt auch in der Familie.
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