MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ilse Rose

„Unter der Haut da sind alle Menschen gleich“

Ilse Rose

Ingenieur für Hygiene
Ausländerbeauftragte
09648 Mittweida

Kranke und Gesunde, Frauen und Männer, Erwachsene und Kinder, Einheimische und Migranten, Arbeitende und Arbeitssuchende – um alle diese Menschen hat sich Ilse Rose in ihrem beruflichen Lebensweg für eine meist begrenzte Zeit gekümmert, doch ihre Sorge für die Menschen kannte nie Grenzen und hörte mit der Pensionierung schon gar nicht auf. Geboren 1950 in Dahme (Mark) besuchte die Tochter einer aus Österreich stammenden, als Krankenschwester arbeitenden Mutter und eines preußisch geprägten Vaters, der als Gleisbauer für den Familienunterhalt sorgte, dort zehn Jahre die Schule. In Cottbus ließ sie sich zur Krankenschwester ausbilden, erste Schwangerschaft verhinderte den Abschluss mit Staatsexamen. So war sie nur als Pflegerin anerkannt, wechselte jedoch mit ihrem Mann 1969 ins Mittelsächsische, nach Rossau. Erste Arbeit fand sie hier in einem Kindergarten, 1971 erhielt sie die Möglichkeit, bei der Hygieneinspektion des Rates des Kreises Hainichen einzusteigen. In Leipzig wurde sie zur Hygieneinspekteurin geschult und konnte noch den entsprechenden Ingenieursabschluss folgen lassen. 1985 warb man Ilse Rose für den Bereich „Mutter und Kind“, später wechselte sie ins Jugendamt des inzwischen gebildeten Kreises Mittweida, wurde erst für die Kinderkrippen und dann für das Arbeitsgebiet Unterhalt zuständig. Als 2005 die Arbeitsgemeinschaft (Arge) von Arbeitsamt und kommunalem Träger gebildet wurde, um die Reformen bei der Einführung des Sozialgesetzbuches II zu administrieren, trug man ihr die schwierige Aufgabe an, in der Widerspruchsstelle die Problemfälle zu bearbeiten. Nun arbeitete sie viel mit Paragraphen und weniger mit Menschen, so dass ihr die Chance guttat, als ihr 2009 angeboten wurde, als Ausländerbeauftragte des nunmehrigen Landkreises Mittelsachsen zu wirken. Vom Parlament des Landkreises berufen, wirkte sie hier bis zum Renteneintritt 2013. Auch im Ruhestand sind ihr die Menschen nah, einige Immigranten begleitet sie noch heute beim Aufsetzen von Schreiben, bei Behördengängen, hält menschlichen Kontakt zu den ausländischen Studenten der Mittweidaer Hochschule. Im Januar 2015 zum Neujahrsempfang des sächsischen Ministerpräsidenten eingeladen, wurde ihr mit der Ehrenamtsurkunde gedankt. Zwei Ehen, zwei Scheidungen gehören auch zum Leben von Ilse Rose. Freude hatte und hat sie an ihren drei Kindern (Alexandra, Stefan und Victoria) und den beiden Enkeln.
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