MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ilse Ronneberger

Ein schweres, aber erfülltes Leben

Ilse Ronneberger

Dreherin, Verkäuferin
Altleisnig 18
04703 Leisnig

Wie oft hat Ilse Ronneberger gespürt, „immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Sie ist in schwerer Zeit aufgewachsen, hat die Eltern gepflegt, sieben eigene Kinder großgezogen, sich für die Enkel verantwortlich zeigen müssen, für sie selbst blieb wenig Zeit, denn diese war ausgefüllt mit beruflichen und familiären Verpflichtungen. Geboren wurde sie 1928 in Podelwitz. Auf dem Gelände des dortigen Schlosses lebten ihre Großeltern, bei denen sie bis zum 10. Lebensjahr weitgehend aufwuchs, auch wenn diese bald im nahen Wiesenthal ansässig wurden, alles Orte am Unterlauf der Freiberger Mulde, wo sie bis heute ihre Heimat hat. Sie besuchte die Schule in Polditz, dann in Zschockau, lebte dann bei ihren Eltern in Polkenberg. Nach dem Abschluss der 8. Klasse folgte das Pflichtjahr (es war Krieg) in einem Landwirtschaftsbetrieb in Zschockau, den sie aber vorzeitig verließ, weshalb sie dann in der Rüstungsindustrie eingesetzt wurde, nun in Leisnig an der Drehbank stand, um Flugzeugmotoren zu fertigen. Als der Krieg zu Ende war, die Bombardierungen nicht mehr das Leben bedrohten, blieb sie in der Branche, stand in den nunmehrigen Elektromotorenwerken Leisnig (ELMO) wieder an der Drehbank, bis Familie, Kinder ihrem Leben neue Pflichten brachten. Dazu trug sie Zeitungen aus, nutzte ihre handwerklichen Fähigkeiten im Stricken für Heimarbeit in der Textilindustrie, arbeitete als Verkäuferin an Außenständen für Gemüse und Rostbratwürste und manche Jahre als Zimmermädchen und Küchenhilfe im Hotel „Goldener Löwe“. Später verlangten wieder die familiären Pflichten ihr Recht, inzwischen waren schon Enkelkinder zu versorgen. Als Ilse Ronneberger mit sechzig Jahren endgültig in Rente ging, hörten die Aufgaben im Haushalt nicht auf. Im Jahr 1950 hatte sie ihren Mann Heinz geheiratet, der bis zum Jahr 2007 ihr Leben begleiten konnte, im Schacht und bei der Deutschen Reichsbahn für wichtigen Beitrag zum Familienunterhalt sorgte. Den zwei Töchtern und fünf Söhnen folgten zwanzig Enkel und schon über zwanzig Urenkel, für die Ilse Ronneberger immer noch näht oder strickt. Dafür standen ihr die nahe wohnenden Söhne zur Seite, als die Fluten der Mulde 2002 und 2013 ihr Haus fast zerstörten, 2012 ein Hagelschlag das Dach beschädigte. Gelebte Solidarität im Nahbereich prägte ihr Leben und kam ihr in schwierigen Zeiten wieder zugute.
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