MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ursula und Dieter Rollnik

Schaffen, was man sich vornimmt

Ursula und Dieter Rollnik

Bankkauffrau
Dipl.-Ingenieur
06809 Roitzsch

Ursula und Dieter Rollnik lernten sich in Bitterfeld kennen. Doch ganz unterschiedliche Lebenswege hatten sie dorthin geführt. Ursula wurde am 06.11.1938 in Stuttgart geboren. Ihr Vater war Fleischermeister auf Wanderschaft, traf in Freiburg / Breisgau ihre Mutter. Da seine Eltern eine Fleischerei in Roitzsch hatten, entschied sich die junge Familie dafür, dort ihre Zukunft aufzubauen. So wurde Ursula 1944 in Roitzsch eingeschult, besuchte 1952–1954 eine Schule in Bitterfeld, die sie mit der Mittleren Reife beendete. Von 1954–1957 absolvierte sie eine Ausbildung bei der Sparkasse Bitterfeld, die sie als Bankkaufmann abschloss. Danach arbeitete sie dort u. a. als Sachgebietsleiterin in der Revision und Bilanzbuchhaltung. 1964 wechselte sie zu IKR Bitterfeld in die Finanzbuchhaltung, Export, Abteilung Absatz als Vertragsbearbeiter. Dieter wurde am 26.07.1941 in Hindenburg in Oberschlesien geboren. Durch die Vertreibung kam die Familie nach Dessau. Die Flucht im bitterkalten Winter war an Dieter nicht spurlos vorbeigegangen. Er erkrankte an Knochentuberkulose und verbrachte seine Kindheit bis 1952 im Krankenhaus in Leipzig. Als er dann direkt in die 5. Klasse eingestuft wurde, konnte er weder richtig lesen noch schreiben. Dennoch ist er immer seinen Weg gegangen. Er machte seinen Schulabschluss (Mittlere Reife) und absolvierte eine Lehre als Werkzeugmacher. Danach besuchte er von 1962–1965 die Ingenieurschule in Leipzig – sein Jahrgang hat im Jahr 2015 das 50-jährige Absolvententreffen gefeiert! Im Anschluss wurde er Bauleiter bei IKR Bitterfeld– und traf Ursula. Die beiden heirateten 1969 und bekamen zwei Kinder: 1965 wurde Andrea-Susanne geboren, fünf Jahre später Mario. Ursula arbeitete noch bis zu Marios Geburt bei IKR, 1972 fing sie dann wieder bei der Sparkasse, diesmal in Halle-Neustadt an. Binnen zwei Wochen wurde sie Zweigstellenleiterin. Von 1982–1990 arbeitete sie halbtags, danach wieder voll als Zweigstellenleiterin. Wie viele ihrer Kollegen verlor sie 1995 aufgrund von Umstrukturierungen ihren Job. Sie denkt sehr ungern an diese Zeit zurück, hätte gerne bis zum 60. Lebensjahr weitergearbeitet. Auch Dieter hätte sich seinen Rentenübergang anders gewünscht. Aufgrund „guter Ratschläge“ wechselte er zum Großforschungszentrum im VEB Leunawerke und bereute es schnell – es gab einfach nichts zu tun. Nach einem kurzen Zwischenstopp im VEB Meliorationsbau Halle ging er wieder zurück zu IKR, diesmal in den Anfahrdienst. Er kam viel herum. Nebenher hatte er ein Fernstudium zum Dipl.-Ingenieur in Zwickau absolviert. Nach dem Abschluss fing er als Baumechaniker bei Ratio Halle an. Die Wende brachte erneut einen Wechsel. Für eine westdeutsche Firma arbeitete er noch bis 1996 in einer Recyclinganlage, 1999 wurde er Invalidenrentner. Ursula und Dieter wohnen heute im 1993 gekauften Eigenheim, das sie sich liebevoll hergerichtet haben. Sie sind stolz auf ihre Familie, die Kinder und inzwischen 5 Enkelkinder, und pflegen eine großen Freundeskreis. Glück liegt für sie in den kleinen Dingen. Ursula ist sehr kommunikativ und interessiert. Sie organisiert Busfahrten für Rentner, schreibt gerne Briefe und E-Mails und macht Handarbeiten. Dieter ist ebenfalls vielfältig interessiert und aufgeschlossen. Seit seiner Schulzeit sammelt er Briefmarken und er ist begeisterter Heimwerker. Das Ehepaar Rollnik wünscht sich, gemeinsam und gesund alt zu werden.
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