MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christa und Dietmar Rogall
Paddeltour durchs Leben
Industriekauffrau
Diplom-Ingenieur
Fuhneblick 8
06789 Wolfen
Fon: 03494 / 25043
Im Jeßnitzer Kanusportverein haben sie sich kennengelernt, hier war Christa Rogall 1943 zur Welt gekommen, im selben Jahr wie ihr späterer Mann Dietmar, gebürtiger Ostpreuße aus dem damaligen Schareiken (Kreis Treuburg), dessen Familie es nach dem Krieg ins mitteldeutsche Industrieland verschlug. Der Kanusport prägte in den Jugendjahren beider Leben, später war die Wasserwandergruppe ihre Orientierung bei der Freizeitgestaltung bis hin zum Campingurlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte.
Christa Rogall besuchte die örtliche Schule bis zur 8. Klasse, absolvierte dann eine dreijährige Lehre (1957–1960) als Industriekauffrau beim VEB Farbenfabrik Wolfen. Danach begann sie in der Zentralen Fakturierung, wechselte nach dem Zusammenschluss zum Chemiekombinat Bitterfeld (CKB) in die Absatzrechnung, bearbeitete Inland und Export, wurde Lehrausbilderin, 1975 zur Hauptsachbearbeiterin eingesetzt, agierte ab 1984 als Gruppenleiterin. Ab 1988 wurde die Abteilung Beschaffung ihr neues Arbeitsgebiet. Dieser Aufgabe widmete sie sich auch, als nach 1990 das Kombinat aufgelöst wurde, die Bitterfelder Vermögensverwaltung Chemie GmbH entstand, in der sie als Einkäuferin für Rohstoffe und Technik bis zum Jahr 2000 tätig werden konnte. Dietmar Rogall hatte ebenfalls in Jeßnitz die Schule mit der 8. Klasse abgeschlossen, seine Lehre in der Filmfabrik Wolfen dauerte ebenso drei Jahre. Der junge Betriebsschlosser musste – 1963 gerade Ehemann und Vater von Sohn Holger geworden – 1964 noch Armeedienst ableisten, konnte sich danach wieder seinem beruflichen Fortkommen widmen, 1969 als Industriemeister für Chemieanlagen abschließen. Unmittelbar danach ging es an die Ingenieurhochschule in Köthen, sein Studienabschluss 1973 ist heute als Diplom-Ingenieur (FH) anerkannt. Als Betriebsingenieur wirkte er nun lange Jahre in der Filmfabrik, bis die Treuhandanstalt 1990 zuständig wurde, die Arbeitsverträge nur monatlich verlängerte. Auch persönliche Vorsprache in Berlin brachte nur kurzzeitige Erfolge. Eine Firma aus Erkrath (NRW) engagierte ihn, der sich noch der Qualifizierung zum Schweißfachingenieur unterzogen hatte, letztendlich als Werkstattleiter für die Wolfener Außenstelle. Als er 2008 in Rente ging, konnte er noch für ein Jahr in Österreich (Salzburger Land) Aufgaben übernehmen.
Sohn Holger und die Schwiegertochter gehen als Architekten ihren Weg, zwei Enkel erweiterten die Familie.