MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Günter Rolle
Sei immer Du selbst
Brehnaer Str. 3
06792 Sandersdorf OT Renneritz
Günter Rolle wurde 1952 als Sohn eines privaten Bäckermeisters und seiner Ehefrau geboren. Natürlich war es der Wunsch der Eltern, dass der Sohn einmal in den Familienbetrieb „Bäckerei“ einsteigt und ihn später weiterführen würde. Sie planten seinen Abgang aus der 8. Klasse, hatten mit dem Obermeister der Innung bereits den weiteren Werdegang abgesprochen. Doch die Abteilung Berufsberatung des Rates des Kreises sah nur Abgänger der 6. Klasse vor. In dem Jahr, als Günter Rolle die 8. Klasse verlassen konnte, war damit keine Bäcker-Lehrstelle für diese Schulabgänger möglich. So entschied er sich für weitere Schulbildung, lernte nach Beendigung der 10. Klasse Dreher im Braunkohlenwerk Bitterfeld und erlangte parallel dazu die Fahrerlaubnis bei der GST. Nach dem absolvierten Grundwehrdienst als Militärkraftfahrer zurück im Betrieb, nahm er ein Fernstudium auf und schloss dieses 1976 als Ing. für Maschinenbau ab. Als Technologe arbeitete er zuerst im Bereich Werkstätten, war als Leitungsmitglied auch mit Dispatcher-Diensten für die gesamte Instandhaltung betraut. Danach für zwei Jahre im Bereich Polytechnik beschäftigt, kam er mit Kombinatsvertretern für Konsumgüterproduktion in Kontakt. Die letzten sechs Jahre – bis zur Wende – übernahm er die Verantwortung für die Kombinatsaufgabe Konsumgüterproduktion, mit den Detailaufgaben: Planung, Abrechnung, Einführung neuer Produkte, Messen und Ausstellungen. Gut erinnert er sich noch an die letzte Ausstellung am 04.11.1990 in Berlin Marzahn mit Ministerbesuch an seinem Stand. Die politischen Ereignisse in der DDR spitzten sich zu. In Berlin waren große Demonstrationen, die am 09.11.1990 in die Öffnung der Mauer mündeten. Günter Rolle erlebte life am Messestand des BKK wie die Politprominenz des MKE (Ministerium Kohle Energie) fast panikartig die Ausstellung wegen einer offenbar dringenden Angelegenheit unterbrach und nie mehr zurückkehrte. Mit dem Fall der Mauer und der Flut aller Waren aus dem anderen Teil Deutschlands, endete auch die Ära der damit unnötig gewordenen Konsumgüterproduktion. Ohne richtige Aufgabe, mit fraglicher Zukunft wurden die Arbeitstage nun absolviert – unerträglich für Günter Rolle. Seine Bewerbung auf eine Ausschreibung der Stadtverwaltung wurde positiv entschieden. Das erste Tätigkeitsfeld fand er in der Wirtschaftsförderung der Stadt Bitterfeld, wurde Amtsleiter und wechselte im Rahmen der Rotation in der Verwaltung nach ca. 5 Jahren in den Bereich Umwelt Stadtwirtschaft. Die verschiedenen Gemeindereformen beeinflussten in den folgenden Jahren auch die Struktur der Verwaltung und führten letztendlich dazu, dass immer mehr Fläche mit immer weniger Verwaltung zu betreuen war. Als Praktiker fiel es ihm manchmal schwer die „Spielregeln“ der Verwaltung einzuhalten. Besonders nach einem Jahr Krankheit und Neueinstieg in der Stadt Bitterfeld-Wolfen mit Verantwortung für Vorfluter, drei Tiergehege, Spielplätze, Grünanlagen, Friedhöfe, wo die Pflicht der Ausschreibungen manchmal schnelles Handeln und Kreativität behinderten. Ab Dezember 2012 ging Günter Rolle in den Vorruhestand, genießt diesen jetzt mit Ehefrau Anneliese (Industriekauffrau) und freut sich mit ihr gemeinsam über die Entwicklung der Töchter Victoria (Diplomfinanzwirtin, angehende Steuerberaterin), Mandy (Voll-Juristin) mit Ehemann Sascha (Dr. jur.) und den Kindern Roman und Jonas, sowie Tochter Birgit (Versicherungskauffrau).